Neuer Biomarker für Pankreaskarzinome entdeckt

by | Mar 7, 2024

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Fraunhofer Institut in Stuttgart findet Biomarker, durch den sich Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwegskrebs zuverlässig und frühzeitig diagnostizieren lassen. 

 

Forscher des Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in Stuttgart haben im Blut einen Biomarker für Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwegskrebs sowie deren Vorstufen entdeckt. Durch den Fund lassen sich pankreatobiliäre Karzinome von gutartigen Erkrankungen wie etwa einer Pankreatitis unterscheiden. Die Methode sei zuverlässiger als aktuelle Verfahren und könnte kostengünstige Screenings für Risikogruppen ermöglichen, wie es dazu im Fachjournal Molecular Cancer heißt.

Um festzustellen, ob der Biomarker tatsächlich zuverlässig ist, untersuchte das Team um Erstautorin Christina Hartwig die durch eine sogenannte Liquid Biopsy gewonnene zellfreie DNA (cfDNA) im Blutplasma verschiedener Patienten- und Kontrollgruppen und verglich diese miteinander. Mit Hilfe von Machine Learning konnten anschließend 50 Methylierungsmarker identifiziert werden, anhand derer sich pankreatobiliäre Karzinome deutlich von Pankreatitis und Kontrollen unterscheiden ließen. Dabei erwies sich das Verfahren als geeigneter als der aktuelle diagnostische Standard CA 19-9. Zudem konnte das Panel an Biomarkern auch hochgradige von niedriggradigen intraduktalen papillär-muszinösen Neoplasien (IPMN) differenzieren. Dabei handelt es sich um einen primär intraduktal wachsenden epithelialen Pankreastumor, der aus muzinösen Zellen besteht.

Frühzeitige Diagnosen möglich

Mit Hinblick auf die Prognosen bei Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwegskrebs birgt die Vorgehensweise großes Potenzial. Denn: Pankreatobiliäre Karzinome sind häufig, werden aber oft erst als Sekundärbefund oder beim Auftreten unspezifischer Symptome entdeckt. Und das meist bereits in fortgeschrittenen Stadien. Bisher gab es keinen geeigneten Biomarker, um diese Krebserkrankungen im Blut eindeutig zu identifizieren. Durch die Entdeckung von Hartwig und ihren Co-Autoren könnten vor allem Risikogruppen zukünftig frühzeitiger und kostengünstiger diagnostiziert und behandelt werden.

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