Neue DAK-App für pflegende Angehörige

by | Jun 28, 2024

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Die Unterstützungsangebote der neuen DAK-App richten sich an pflegende Angehörige aller Kassen. Bedarf sei mit 4,8 Millionen Menschen, die Familienangehörige pflegen, groß.

  

Sie ist kostenfrei und richtet sich an Versicherte aller Kassen: Mit der neuen Pflege-App erweitert die DAK-Gesundheit ihr Portfolio an Unterstützungsangeboten rund um die Pflege. Für die 4,8 Millionen Menschen im Land, die Angehörige oder Bekannte pflegen, soll die App zu einer zentralen Anlaufstelle für sämtliche Informationen im Pflegebereich werden. Sie bietet beispielsweise Zugang zu Checklisten und erleichtert auch die Leistungsberechnung und Antragstellung, heißt es von der DAK-Gesundheit. Auch Hilfsmittelberatung sei ein Bestandteil der App. Zudem gibt es ein moderiertes Forum für den Austausch unter pflegenden Angehörigen. Entwickelt wurde die App in Zusammenarbeit mit den Experten für digitale Pflegeangebot von Nui Care.

„Mit der neuen DAK Pflege-App unterstützen wir die häusliche Pflege durch Angehörige bestmöglich. Das Angebot bietet eine wertvolle Entlastung und stärkt die Pflege in den eigenen vier Wänden“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Pflege ist eine zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst Deutschlands. Durch ihr Engagement entlasten sie bereits jetzt den gesamten Pflegesektor, der in den kommenden Jahren vor weiteren Herausforderungen steht.“

Gedacht ist die App auch, um die bisherigen digitalen Angebote der DAK für pflegende Angehörige zu konzertieren. Dazu zählt die psychologische Online-Beratung, der DAK-Pflegecoach oder die Pflegelotsen. Die App ist barrierefrei, erfordert keine Anmeldung und bietet zeit- und ortsunabhängige Unterstützung. Entwickelt und aktualisiert wird sie gemeinsam mit IT- und Pflege-Experten sowie pflegenden Angehörigen. Sie ist im Apple-Store und Google-Play-Store verfügbar, werbefrei und sammelt keine Daten.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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