Neue App trackt Reiseerkrankungen

von | Okt. 16, 2024

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Eine an der Universität Zürich entwickelte Reise-App soll in Zukunft dabei helfen, Ausbrüche von ansteckenden Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Der Großeinsatz am Hamburger Hauptbahnhof vor kurzem zeigt: Reisen ist nicht nur schön, sondern kann auch gefährliche Krankheitserreger von einem Kontinent auf den anderen bringen. Und während die meisten aus dem Urlaub mitgebrachten Keime „nur“ Magen-Darm-oder Atemwegsbeschwerden auslösen, können andere „Mitbringsel“ durchaus gewährlich werden.

Weltenbummler lesen unterwegs erstaunlich oft gesundheitliche Probleme auf. Diese Erkenntnis lieferten nun die Daten einer Reise-App, die Forscher der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO entwickelt haben. Die App ist nicht nur für Reisende hilfreich, sie kann auch dazu beitragen, das Auftauchen und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Dengue-Fieber oder neuen Grippe-Viren zu tracken.

„Reisende spiegeln sehr gut wider, was weltweit passiert“, sagt die Epidemiologin und Studienleiterin Patricia Schlagenhauf vom UZH Institut für Biostatistik, Epidemiologie und Prävention. „Sie sind auch oft daran beteiligt, Krankheiten in neue Regionen der Welt einzuschleppen.“ Als Beispiel nennt sie den aktuellen Fall von Mpox in Schweden, mitgebracht von einem Reiserückkehrer aus Afrika.

Ausbreitung von Infektionen verfolgen

Die ITIT-App, Illness Tracking in Travellers, ist so konzipiert, dass Menschen auf Reisen täglich einige Fragen zu ihrer Gesundheit beantworten. Die App zeichnet zudem Informationen wie den Standort, Wetterdaten und Luftqualität auf. Das Forscherteam hat nun die Daten analysiert, die mit Hilfe der App zwischen April 2022 und Juli 2023 gesammelt wurden. Die Analyse umfasste insgesamt 470 Reisen von 609 Personen über alle Kontinente hinweg. Überraschend häufig kam es unterwegs zu Erkrankungen: Bei über einem Drittel der Reisen gab es gesundheitliche Probleme.

Ganz oben auf der Liste: Magen-Darm-Beschwerden mit 19 Prozent der Krankheitsfälle. Als Hotspot hat sich dafür Asien herauskristallisiert. Bei Trips nach Afrika war dies hingegen weniger oft ein Problem. Zudem berichteten deutlich mehr Frauen über Durchfallerkrankungen als Männer. Mit Atemwegserkrankungen wie Erkältungen (17 Prozent der Fälle) hatten die Reisenden hingegen am häufigsten in Europa zu kämpfen.

Reisen sicherer machen

Das Team möchte nun noch mehr Menschen für die Nutzung der App rekrutieren. Denn mit einem größeren Datensatz wäre eine automatisierte Auswertung durch Künstliche Intelligenz möglich − die beispielsweise bei einem Ausbruch von Dengue oder Mpox frühzeitig Alarm schlagen würde.

„Dieser Bottom-up-Ansatz funktioniert praktisch in Echtzeit und ist damit viel schneller als Top-Down-Meldesysteme“, betont Schlagenhauf. Selbst bei einer gut organisierten Behörde dauere es oft Monate bis Fallzahlen vorliegen. „Mobile Technologien können die Art und Weise, wie wir Krankheiten von Reisenden überwachen, revolutionieren. Dies führt letztlich zu sichereren und gesünderen Reisen.“

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