Netskope Threat Report: Cybergefahr liegt in privaten Anwendungen

von | März 4, 2026

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13 Monate lang hat Netskope Threat Labs Cyber-Bedrohungen im Gesundheitswesen analysiert, mit dem Ergebnis: Vor allem private generative KI- und Cloud-Anwendungen werden zur Gefahr.

 

Da im Gesundheitswesen immer häufiger generative KI-Anwendungen (genAI) zum Einsatz kommen, steigt das Risiko, dass sensible Informationen nach außen gelangen. Besonders gefährdet sind regulierte Daten wie Patientenakten und medizinische Informationen. Zu diesem brisanten Ergebnis kommt Netskope Threat Labs in ihrem jährlichen Threat Report zu Bedrohungslage im Gesundheitswesen. 13 Monate lang haben die Forscher dafür die wichtigsten Cyber-Bedrohungen für Organisationen und deren Belegschaften analysiert.

Was die Nutzung von genAI im Gesundheitswesen so gefährlich macht: 89 Prozent aller Verstöße gegen Datenschutzrichtlinien stehen im Zusammenhang mit genAI. Damit liegt das Gesundheitswesen sehr deutlich über dem branchenübergreifenden Durschnitt von lediglich 31 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass persönliche genAI-Konten am Arbeitsplatz genutzt werden, zeigt der Report. Obwohl in den letzten 13 Monaten ein starker Rückgang zu verzeichnen ist, nutzen immer noch 43 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen persönliche genAI-Konten bei der Arbeit, die von den Sicherheitsteams oft nicht ausreichend auf Datenlecks überwacht werden können.

No-Go: Persönliche Cloud-Anwendungen am Arbeitsplatz

Ein mindestens genauso großes Sicherheitsrisiko ist die Nutzung persönlicher Cloud-Anwendungen am Arbeitsplatz. Auch hier zeigt der Report: Regulierte Daten sind besonders gefährdet. Sie machen 82 Prozent der Verstöße gegen Datenschutzrichtlinien aus.

„Die Zahlen des Threat Labs Reports bestätigen unsere größte Sorge: Angreifer werden immer raffinierter darin, Cloud-Apps als Einfallstor zu nutzen. Wenn unser Personal parallel dazu nicht autorisierte KI-Apps für Diagnosen oder Korrespondenzen nutzt, entsteht ein Risiko-Vakuum“, erklärt Tobias Hunger, Abteilungsleiter Informations- und Medizintechnik, Stabsstelle Digitale Transformation & Certified Healthcare CIO der KLINIKUM MAGDEBURG gGmbH. „Für uns ist es essenziell, diese Schatten-KI zu identifizieren und durch eine abgesicherte KI-Infrastruktur zu ersetzen. Wir müssen Innovation ermöglichen, ohne die Kontrolle über unsere sensibelsten Datenströme zu verlieren – gerade im Gesundheitswesen ist das eine Frage der Patientensicherheit.“

Und gerade mit Blick auf Cloud-Anwendungen sei es ein Leichtes, dieses Risiko zu minimieren, zeigen die Experten von Netskope – etwa mit der Echtzeit-Anleitung, um Mitarbeitende davon abzuhalten, sensible Informationen mit nicht verwalten Diensten zu teilen, oder das schlichte Blockieren von Uploads in persönlichen Apps. Im vergangenen Jahr hätten mehr als die Hälfte der Gesundheitsorganisationen (56 Prozent), Nutzern das Hochladen von Dateien auf persönliche Google Drive-Konten untersagt. Dies verdeutlicht laut Netskope allerdings auch noch einmal die Häufigkeit potenzieller Datenrisiken in beliebten persönlichen Cloud-Anwendungen. Auch Google Gmail (39 Prozent) und OneDrive (30 Prozent) hätten sehr häufig eingeschränkt werden müssen.

KI und Datensicherheit zusammen denken

Im Umkehrschluss zeigen die Risiken, dass Gesundheitsorganisationen KI und Datensicherheit zusammen denken müssen, um das Potenzial, das die KI ohne Frage bietet, auch zu nutzen. Der Threat Repot zeigt auch, dass die Einführung und Nutzung interner KI-Tools, die maßgeschneiderte Sicherheitsvorkehrungen erfordern, bereits zunimmt. Allerdings müssen solche internen KI-Agenten häufig über eine dedizierte API mit dem zugrunde liegenden Modell in der Cloud verbunden werden. Daher kann die Überwachung des API-Verkehrs dabei helfen, KI-Implementierungen vor Ort zu messen. Im Gesundheitswesen erkennen fast zwei von drei Organisationen API-Verkehr zu OpenAI und AssemblyAI (63, respektive 62 Prozent) und mehr als ein Drittel (36 Prozent) zu Anthropic. Diese starke Abhängigkeit von API-basierten Integrationen unterstreicht die wachsende Bedeutung eingebetteter KI-Dienste in klinischen, administrativen und betrieblichen Systemen, die ebenfalls sicher und gut geregelt sein müssen, um KI-bezogene Cyber-Vorfälle zu vermeiden.

Und: Angreifer nutzen auch weiterhin das Vertrauen aus, das Mitarbeiter in Cloud-Anwendungen und die darin enthaltenen Dateien setzen. Im Gesundheitswesen waren Azure Static Web Apps, GitHub und Microsoft OneDrive die Plattformen, die von Angreifern am häufigsten für die Verbreitung von Malware genutzt wurden.

„Während der Aufbau von Abwehrmaßnahmen gegen externe Bedrohungen für Gesundheitsorganisationen, die seit jeher ein bevorzugtes Ziel für Cyberkriminelle sind, unerlässlich ist, ist die Bekämpfung interner Risiken ebenso wichtig – insbesondere in einer stark regulierten Branche und vor dem Hintergrund der rasanten Einführung von Cloud- und KI-Technologien”, erklärt Ray Canzanese, Direktor von Netskope Threat Labs. Das zeige der Bericht eindrucksvoll: Ohne Sicherheitsvorkehrungen für die Nutzung von Cloud und KI entstehen mit hoher Wahrscheinlichkeit Lecks mit regulierten Patienten- und klinischen Daten sowie potenziell hohen Strafen durch die Aufsichtsbehörden.

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