Nervenbahn der Klitoris detailliert dargestellt

von | Mai 21, 2026

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Einem Team der Heinrich-Heine-Universität sowie des Universitätsklinikums Düsseldorf ist es nun gelungen, die Nervenarchitektur der Klitoris detailliert darzustellen.

 

 

Die News klingt auf den ersten Blick ein wenig absurd: Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) sowie des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) ist es in einer anatomischen Studie gelungen, die Nervenarchitektur der Klitoris detailliert darzustellen. Worüber man zwangsläufig stolpern muss, ist der Zeitpunkt. Denn es ist kaum zu glauben, dass bisher nicht klar war, wie die Nerven innerhalb der Klitoris verlaufen.

Erst im April dieses Jahres hat ein Forschungsteam aus Amsterdam erstmals ein 3D-Modell des Nervengeflechts der Klitoris erstellt und damit großes mediales Interesse ausgelöst. Zum Vergleich: Für den Penis gibt es diese Informationen seit Jahrzehnten und beide Organe – Penis und Klitoris – entwickeln sich aus den gleichen embryonalen Anlagen. Das Amsterdamer 3D-Modell wurde mithilfe eines hochauflösenden Röntgenmikroskops erstellt, mit dem der gesamte Beckenraum gescannt wurde. Anhand dieser Daten konnte dann das Modell erstellt werden. Die Studienergebnisse befinden sich aktuell noch in der Peer Review, also der Prüfung durch unabhängige Fachleute.

Die Ergebnisse aus Düsseldorf basieren auf Untersuchungen von gespendetem menschlichem Gewebe und wurden bereits im Fachmagazin Folia Morphologica veröffentlicht. Mithilfe spezieller Färbe- und Präparationstechniken konnte das Team erstmals den genauen Verlauf des dorsalen Klitorisnervs nachvollziehen und damit die tatsächliche anatomische Grundlage im Gewebe darstellen. Mit einer Datenbasis von insgesamt neun Präparaten handelt es sich um eine vergleichsweise umfangreiche Studie zur Anatomie der menschlichen Klitoris. „Diese Stichprobe erlaubt uns erstmals, Aussagen über anatomische Variabilitäten und typische Muster der Nervenversorgung zu treffen“, erklärt Erstautor Dr. Michael Wolf-Vollenbröker, Facharzt für Anatomie und Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Anatomie. Damit habe die Studie eine besonders hohe praktische Aussagekraft.

In Düsseldorf verspricht man sich von den neuen Erkenntnissen, künftig deutlich präziser bei Rekonstruktion nach weiblicher Genitalverstümmelung oder bei geschlechtsangleichenden Operationen sein zu können. Aber auch bei Geburten oder der Diagnostik sexueller Funktionsstörungen könnten bessere anatomische Kenntnis über das Organ helfen.

Das neu erweckte Interesse an der weiblichen Anatomie könnte also nicht nur zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Medizin, sondern auch für eine bessere Versorgung von Menschen mit Klitoris sorgen.

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