Münchner Biotech vor der Pleite

von | Apr. 8, 2025

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Das börsennotierte Biotech Medigene steht vor der Pleite. Vorstand und Aufsichtsrat müssen aktuell konservativ gerechnet von einer Überschuldung ausgehen.

 

Nach über 30 Jahren am Markt und fast 25 erfolgreichen Jahren an der Börse muss das Münchner Biotech Medigene nun voraussichtlich im Mai Insolvenz anmelden. Das gaben Vorstand und Aufsichtsrat nun bekannt. Man gehe diesen Schritt, weil das Unternehmen – im Rahmen eines konservativen Ansatzes, wie betont wird – aufgrund einer Neueinschätzung der Vermögenswerte der Gesellschaft und in Anbetracht der derzeitigen wirtschaftlichen Lage vor einer Überschuldung steht.

Medigene ist für seine immunzellenbasierte Krebstherapien bekannt. Außerdem haben die Münchner die Genitalwarzensalbe Veregen sowie das Krebsmittel Eligard entwickelt, deren Lizenzen allerdings schon vor Jahren verkauft wurden. Zuletzt hat Medigene nur noch einen Umsatz von etwa sechs Millionen Euro verzeichnet können – bei einem Verlust von rund 16 Millionen Euro und damit mehr als der Hälfte des Grundkapitals.

Dass der Konzern angeschlagen ist, war also schon länger bekannt. Erst Ende März musste der Vorstand die Liquiditätsreichweite von Juli auf Mai 2025 anpassen. Zum Grund heißt es in einer Ad-Hoc-Mitteilung: „Nicht erhaltenen Meilensteinzahlungen und nicht erhaltenen Einnahmen aus vertraglichen Verpflichtungen“. Da war das Management allerdings noch „bestrebt, den Betrieb des Unternehmens durch die Beschaffung zusätzlicher Finanzmittel aufrechtzuerhalten“. Das zeigen auch die zahlreichen Kooperationen und Entwicklungspartnerschaften, die Medigene eingegangen war. Etwa mit Biontech im Februar 2022 mit Fokus auf TCR-basierte Immuntherapien gegen Krebs. Im August 2024 und auch jetzt erst im Februar 2025 gab es inhaltlich ähnlich gelagerte Partnerschaften mit zwei chinesischen Unternehmen, die teils mehrjährig ausgerichtet waren.

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