Mit Schwarmintelligenz zu gesunder Ernährung?

von | Sep. 5, 2024

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Die TU München testet in Kooperation der DHBW Heilbronn eine Ernährungs-App, die mittels Schwarmintelligenz das Essverhalten verbessern soll.

Als gäbe es noch nicht genug Fotos von Mahlzeiten in den sozialen Netzwerken, haben Wissenschaftler der TU München in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn (DHBW) nun eine Ernährungs-App als Testversion gelauncht, die genau das zum Ziel hat: Nutzer, sollen einfach und schnell Fotos von ihren Mahlzeiten hochladen und anschließend von der App-Community bewerten lassen können. Ziel ist es, zu verstehen, ob sich mit Hilfe dieser Schwarmintelligenz der Community das Essverhalten des Einzelnen verbessern lässt.

Noch eine App? Diese Frage muss angesichts der über 100.000 Ernährungs- und Health-Apps alleine im Google-Play-Store erlaubt sein. Das Forscherteam verweist jedoch darauf, dass der Nutzen dieser Apps nur in seltenen Fällen wissenschaftlich nachgewiesen ist. Genau das will man mit der Pilotstudie APPetite nun ändern. Über die neue App legen Nutzer im Lauf der Testphase ein fotobasiertes Ernährungstagebuch an, mit dem das persönliche Essverhalten dokumentiert wird.

„Die App konzentriert sich auf das Ernährungsverhalten – eigene Ernährungsmuster können erkannt werden. Mithilfe der Community findet eine Bewertung innerhalb der Gruppe statt und nicht durch Ernährungsexperten“, erklärt Forscherin Sabrina Antor von der DHBW Heilbronn und Promovendin an der Technischen Universität München das Konzept und betont, dass im Gegensatz zu sozialen Netzwerken wie Instagram reale Mahlzeiten im Fokus stehen.

Gesunde Ernährung soll Spaß machen

Dennoch haben die Nutzer der App sehr wohl die Möglichkeit, „Foodfluencer“ zu werden: Durch die Bewertung der Community erhält sie eine sofortige Rückmeldung zu den Mahlzeiten. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, in den Kommentaren Tipps und Rezepte auszutauschen. Die zentrale Frage hinter der Studie ist, ob man es mit verhältnismäßig wenig Daten und der Hilfe des kollektiven Wissens schafft, das eigene Essverhalten zu ändern.

Die App selbst funktioniert sehr niederschwellig: Der Nutzer muss nicht viel tippen, lediglich die Fotos der Mahlzeiten hochladen und gegebenenfalls ein paar Details zu den Mahlzeiten preisgeben. Das muss auch nicht in Echtzeit geschehen, so dass jeder die Möglichkeit hat, in Ruhe das Essen zu genießen.

Die DHBW Heilbronn und die Technische Universität München suchen für ihre Studie noch Teilnehmer. Mitgemacht werden kann bis Ende des Jahres. Wer Interesse hat, meldet sich bitte bei Sabrina Antor unter sabrina.antor@tum.de und erhält dann die Zugangsdaten.

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