Mit KI wider dem Heuschnupfen?

by | Apr 22, 2024

Anhoren

Teilen

 

Es gibt kaum einen Bereich in der Medizin, wo der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht erprobt wird. Nun soll sie auch Menschen mit Allergien helfen.

 

Nicht jeder freut sich, wenn im Frühling die Natur erwacht. Denn etwa ein Drittel der Weltbevölkerung leidet mittlerweile unter pollenbedingten Allergien der Atemwege – Tendenz steigend. Diesen Menschen möchte ein Forschungsprojekt unter Leitung der Technischen Universität Ilmenau nun helfen. Gemeinsam mit Forschern des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig sowie des Universitätsklinikums Leipzig bringt das Projekt „PollenNet“ fachübergreifend neuste Erkenntnisse zusammen, um auch mit Hilfe von KI genaue Vorhersagen treffen zu können, wann welche Pollen in welcher Konzentration die Luft belasten. Ziel ist es, dass besonders empfindliche Menschen auf Basis dieser Vorhersagen dann Vorsorgemaßnahmen ergreifen können. Das gerade gestartete Projekt ist auf sechs Jahre angelegt und wird mit fünf Millionen Euro von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert.

Klimawandel begünstigt Pollenkonzentration

Um den Transport und die Verbreitung von Pollen hochpräzise vorhersagen zu können, arbeiten international renommierte Experten aus den Bereichen Medizin, Botanik und Ökologie, Datenverarbeitung und Künstliche Intelligenz sowie Strömungsmechanik und Turbulenztheorie zusammen. Die Forscher wollen die Methoden der Künstlichen Intelligenz ausbauen, die zum Einsatz kommen, neue Modelle entwickeln und anhand wissenschaftlicher Experimente ebenfalls neue Erkenntnisse über die individuelle Belastung von Menschen durch Pollen gewinnen. Ihr gemeinsames Ziel: Ein präzises, flächendeckendes Pollen-Monitoring.

Denn durch den Klimawandel kommt es zu immer früheren und wiederholten Blütezeiten allergieauslösender Pflanzen. Zudem führt auch die erhöhte Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre zu einem vermehrten Pflanzenwachstum und damit vermeintlich zu höheren Pollenkonzentrationen in der Luft. Darunter leiden nicht nur viele Menschen, auch der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm: Allein in Deutschland verursachen allergische Erkrankungen, die auf Pollen zurückzuführen sind, jedes Jahr Kosten im mehrstelligen Millionenbereich.

Projektleiter Prof. Patrick Mäder, Leiter des Fachgebiets Datenintensive Systeme und Visualisierung der TU Ilmenau, ist zuversichtlich, mit PollenNet einen Beitrag zur Verbesserung der Volksgesundheit leisten zu können: „Wir hoffen, dass uns ein echter Durchbruch in der Pollenforschung gelingt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Klinik-Atlas: Kritik an Bürokratie

Vor allem von der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhausgesellschaft kommt deutliche Kritik am heute vorgestellten Klinik-Atlas. Für Lauterbach ist er wichtiges Element einer Qualitätsoffensive. 

Vor allem von der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhausgesellschaft kommt deutliche Kritik am heute vorgestellten Klinik-Atlas. Für Lauterbach ist er wichtiges Element einer Qualitätsoffensive. 

Ambulantisierung als Chance für Kliniken

Planungsunsicherheit für Kliniken ist weiterhin elementar – zahlreiche Gesetzesänderungen wurden durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) angekündigt. Eine Sache ist aber definitiv klar: Das Sozialgesetzbuch definiert in §39 SGB V „ambulant vor stationär.“ Seit Jahren ist dieser wichtige Aspekt bekannt und dennoch findet die Umsetzung in Kliniken nur wenig Begeisterung, attestiert Gastautor Arne Westphal.

Planungsunsicherheit für Kliniken ist weiterhin elementar – zahlreiche Gesetzesänderungen wurden durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) angekündigt. Eine Sache ist aber definitiv klar: Das Sozialgesetzbuch definiert in §39 SGB V „ambulant vor stationär.“ Seit Jahren ist dieser wichtige Aspekt bekannt und dennoch findet die Umsetzung in Kliniken nur wenig Begeisterung, attestiert Gastautor Arne Westphal.