Mit KI und VR wider der Schuppenflechte

by | Feb 19, 2024

Bei den virtuellen Visiten kann das Studienteam mit einer Virtual-Reality-Brille die Hautveränderungen in 3D sehen und mit einem Sensorhandschuh die Tiefe der Plaques ertasten. © HybridVITA

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Forscher des Universitätsklinikums Würzburg und des Forschungszentrums Informatik in Karlsruhe haben eine App entwickelt, die Psoriasis-Patienten das Leben einfacher macht.

 

Sie verläuft chronisch und in Schüben, weshalb die Psoriasis oder auch Schuppenflechte engmaschig kontrolliert werden muss. Um den Betroffenen Wege und Wartezeiten für die dermatologische Behandlung zu ersparen, haben Forscher der Uniklinik Würzburg (UKW) und des Forschungszentrums Informatik in Karlsruhe (FZI) gemeinsam die App HybridVITA entwickelt. Der Name steht für Hybridlösung mit kontaktloser viso-taktiler Diagnostik. Patienten können über die App den Verlauf ihrer Psoriasis-Plaques mit Fotos dokumentieren, die dann von einer KI ausgewertet und quantifiziert werden, beispielsweise nach Durchblutung und Beschaffenheit der Hautveränderungen. So kann der behandelnde Arzt bei einer Verschlechterung schnell die notwendigen Therapien einleiten.

„Bei unseren virtuellen On-Demand-Visiten können wir mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille die Hautveränderungen sogar in 3D sehen und mit einem Sensorhandschuh die Tiefe der Plaques ertasten“, berichtet Prof. Dr. Astrid Schmieder, die an der Hautklinik des UKW die Abteilung Immundermatologie und digitale Medizin leitet und die Idee zum Projekt HybridVITA hatte.

Psychologische Intervention inklusive

Mit HybridVITA können etwa 30 Prozent der direkten Patientenkontakte in Hautarztpraxen und Kliniken vermieden werden, was sowohl für die Patienten als auch für die behandelnden Ärzte ein großer Effizienzgewinn ist. Gleichzeitig wird über die App die qualitativ hochwertige und transparente Versorgung gewährleistet. Die dermatologische Behandlung wird zudem von einem psychotherapeutischen Coaching begleitet, das vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim entwickelt wurde. Denn Patienten mit Psoriasis leiden häufig unter psychischen Begleitsymptomen wie Ängsten, depressiven Verstimmungen oder Suchterkrankungen, die entweder eine Folge der Hauterkrankung sein können oder durch eine Verschlechterung mit einer höheren Intensität auftreten. Die App soll Betroffenen also auch den Zugang zu psychotherapeutischen Beratungsangeboten erleichtern.

Das Forschungsprojekt wird mir rund zwei Millionen Euro gefördert, rund 70 Prozent der Gelder kommen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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