Millionenunterstützung für Kindertumorzentrum Heidelberg

by | May 2, 2024

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Mit den 5,65 Millionen Euro der Odwin gGmbH soll am KiTZ ein Programm für Zell- und Gentherapie entstehen, dass den jungen Patienten auch neue Therapien zugänglich macht. 

 

Behandlungen mit Zell- und Gentherapien ermöglichen und diese auch selbst herstellen – dafür stiftete die Odwin gGmbH nun 5,65 Millionen Euro an das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ). In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) sollen dort künftig nicht nur bereits zugelassene zelluläre Therapien verabreicht werden, sondern auch neue Immun- und Gentherapeutika für Kinder mit Krebs und schweren Bluterkrankungen entwickelt werden.

„Zelluläre Immuntherapien erzielen bei einigen Patientinnen und Patienten spektakuläre Behandlungserfolge, werden bei Kindern aber bislang noch vergleichsweise selten eingesetzt“, sagt Andreas Kulozik, Direktor am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg, Leiter der Klinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie des UKHD sowie Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Pädiatrische Leukämien DKFZ.

Chemotherapie ersetzen

Bei den zellulären Immuntherapien, die zum Einsatz kommen sollen, handelt es sich unter anderem um sogenannte CAR-T-Zell-Therapien. „Bei bestimmten Arten kindlicher Krebserkrankungen, insbesondere bei Leukämien und Lymphomen, konnten Kinder und Jugendliche mit diesem Ansatz bereits sehr erfolgreich behandelt werden, auch wenn Standardtherapien versagt haben“, ergänzt Christian Seitz, der erst im Februar die Leistung es Programms Zell- und Gentherapie am KiTZ übernommen hat. „Langfristig wollen wir mit diesen zielgerichteten Behandlungen die Chemotherapie schrittweise ersetzen.“ Ein weiteres wichtiges Ziel sei zudem die Entwicklung neuer CAR-T-Zell-Therapien für solide Tumoren wie beispielsweise Hirntumoren, Knochen- und Weichteilkrebs bei Kindern, gegen die es derzeit noch keine effizienten Immuntherapien gibt. Doch auch hier gibt es bereits Ergebnisse aus dem Labor, die hoffen lassen, erläutert Seitz: „Wir erforschen derzeit unterschiedliche Ansätze, wie wir auch diese Tumoren für das Immunsystem sichtbar machen und Immunzellen zu den Tumoren locken und dort aktivieren können.“

Nicht die erste finanzielle Unterstützung von Odwin

Mit dem Start des neuen Programms soll zudem die Gentherapie zur Behandlung schwerer Bluterkrankungen weiter ausgebaut werden. Seit  2020 ist das KiTZ eines der ersten Zentren weltweit, an dem eine Gentherapie zur Behandlung einer angeborenen, regelmäßig transfusionsbedürftigen Anämie, der Thalassämie, durchgeführt wurde. Durch die Gentherapie wird die ineffektive Bildung des Blutfarbstoffs Hämoglobin so korrigiert, dass die daraus entstehende Anämie‎ und die Folgeprobleme verhindert werden. „Mit modernen gentechnischen Methoden wie der CRISPR/Cas-Genschere, ist das Potential groß, Kindern mit dieser und anderen angeborenen Erkrankungen helfen zu können“, sagt Andreas Kulozik. „Wir sind der Odwin gGmbH und ihrer Gründerin Frau Gerda Tschira über alle Maßen dankbar, dass sie sich immer wieder in so herausragender Weise für die Kinder in dieser Region und weit darüber hinaus einsetzt.“

Das aktuelle Engagement der Odwin gGmbH ist nicht die erste finanzielle Zuwendung für das KiTZ. Schon der 85 Millionen Euro teure Neubau des Hopp-Kindertumorzentrums in Heidelberg wurde 2022 im Wesentlichen von der Dietmar Hopp Stiftung gGmbH und der Odwin gGmbH von Gerda Tschira finanziert und umgesetzt.

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