Milliardär übernimmt bayrische CDMO

by | Apr 24, 2024

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Der Auftragsfertiger Aenova gehört ab sofort zur Kühne Holding. Die Investition sei ein wichtiger strategischer Schritt, betont man in der Schweiz.

 

Mit der Spedition Kühne + Nagel ist der mittlerweile 86-jährige Klaus-Michael Kühne zum Milliardär geworden. Und einige dieser Milliarden investiert er nun über die schweizerische Kühne Holding in den bayrischen CDMO Aenova. Die in Starnberg bei München ansässige Contract Development and Manufacturing Organisation, zu deutsch Auftragsentwickler, ist weltweit eine der führenden in der Pharma- und Gesundheitsindustrie. Vor allem unter dem bisherigen Eigentümer, der britischen Beteiligungsgesellschaft BC Partners, entwickelte sich Aenova zu einer der zehn größten CDMO weltweit. 2023 kletterte das operative Ergebnis von Aenova mit 832 Millionen Euro auf ein neues Hoch – ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nun ist die Kühne Holding neuer Eigentümer von Aenova, die scheinbar den Finanzinvestor Apax überboten hat. Erst Ende März hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass ein Deal zwischen Apax und BC Partners laut Insidern kurz vor dem Abschluss stand. Im Raum war damals eine Übernahmesumme von 1,5 Milliarden Euro, was dem Zehn- bis Zwölffachem des bereinigten operativen Gewinns entsprochen hätte.

Bei der Kühne Holding wollte man wohl unbedingt die Aktivitäten in der Gesundheits- und Pharmabranche erweitern, weshalb die Investition auch ein wichtiger strategischer Schritt sei, wie Holding-Chef Dominik de Daniel betont: „Aenova zeigt eine hervorragende Entwicklung ihrer Leistung, und wir freuen uns, diese unter unserer Eigentümerschaft noch weiter zu beschleunigen.“

Und Aenova-CEO Jan Kengelbach fügt hinzu: „Mit der neuen Eigentümerstruktur werden wir unsere Strategie weiterverfolgen, Aenova zum führenden CDMO in Europa mit flexiblen Kapazitäten und innovativen Spezialtechnologien und -Plattformen auszubauen. Die Kühne Holding ist mit ihrem langfristigen Investitionshorizont die perfekte Passung für Aenova, um diese Strategie zu unterstützen.“

 

 

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