MFA brauchen Humor

by | Jun 3, 2024

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Wer den Job mit Humor nimmt, ist zufriedener und bekommt auch häufiger positives Feedback, zeigt nun eine vom Bundesinstitut für Berufsbildung geförderte Studie der Martin-Luther-Universität Halle. 

 

Humor hilft Medizinischen Fachangestellten (MFA), ihren stressigen Arbeitsalltag positiv zu gestalten. Das ist die zentrale Erkenntnis einer vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) geförderten neuen Studie der Marin-Luther-Universität Halle (MLU). 600 MFA wurden dafür zu ihrem Humor und ihrem Arbeitsalltag befragt. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachjournal BMC Primary Care.

Dass Humor Beschäftigten im Gesundheitswesen hilft, Stress zu bewältigen, sei seit Langem bekannt. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen Jobzufriedenheit und verschiedenen Arten von Humor besser zu verstehen. Neben ihren Humorvorlieben gaben die Befragten zum Beispiel Auskunft über ihr persönliches Wohlbefinden am Arbeitsplatz und wie kompetent sie sich bei ihrer Arbeit fühlen.

Bisher habe man allerdings man noch wenig über die Folgen verschiedener Arten von Humor gewusst,sagt der Psychologe Prof. Dr. René Proyer von der MLU: „Dabei dürfte es einen großen Unterschied machen, ob ich in einer bestimmten Situation mit Wortwitz oder Sarkasmus reagiere. Im Austausch mit kranken Menschen braucht es viel Fingerspitzengefühl.”

Bevorzugten die Befragten positiven und wohlwollenden Humor, waren sie in der Regel auch zufriedener mit ihrer Arbeit. Aber nicht nur das: Diese Personen würden mehr positives Feedback erhalten und hätten auch eher das Gefühl, mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zu leisten, unterstreicht Julia Raecke vom BIPP, die an der MLU promoviert.

Auch schwarzer Humor funktioniert

„Satire und Ironie zählen zwar zu dunklem Humor, wir haben aber keinen negativen Zusammenhang mit dem Wohlbefinden der Befragten gefunden”, führt Raecke weiter aus. Für Zynismus und besonders Sarkasmus gab es dagegen negative Effekte. Deshalb sei der Einsatz von Sarkasmus aber nicht generell zu verurteilen: „Eine kurze sarkastische Bemerkung unter Kolleginnen und Kollegen kann dabei helfen, den eigenen Ärger loszuwerden”, sagt René Proyer.

Der Einsatz von Humor ist den Forschenden zufolge einer von mehreren Faktoren, die das Wohlbefinden im Beruf beeinflussen können. „Das Wissen über die Effekte von Humor kann dabei helfen, Gespräche mit Patientinnen und Patienten angenehmer zu gestalten. Deshalb sollten Wartezimmer keine Comedy-Clubs werden. Es geht vielmehr um einen bewussten und angemessenen Einsatz”, fasst Proyer zusammen.

Die Studienergebnisse sollen nun vor allem dabei helfen, neue Weiterbildungsangebote für MFA zu entwickelt. Julia Raecke erforscht zum Beispiel, ob sich mit der Hilfe von Onlinetrainings die sozialen und emotionalen Kompetenzen von MFA verbessern lassen.

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