Im ersten Quartal des Jahres verzeichnete Wissenschafts- und Technologiekonzern Merck ein Umsatzplus in allen drei Geschäftsbereichen.
5,3 Milliarden Euro Umsatz stehen bei Wissenschafts- und Technologiekonzern Merck im ersten Quartal 2025 in den Büchern – ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Und das Positive daran: Alle drei Geschäftsbereiche – Life Science, Healthcare und Electronics – haben zum Wachstum beigetragen.
Das EBITDA pre wuchs im Jahresvergleich organisch um 5,8 Prozent auf 1,5 Milliarden euro. Die EBITDA-pre-Marge erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,7 Prozentpunkte auf 29,1 Prozent. Ursache waren vorübergehend geringere Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei Healthcare und eine strikte Kostendisziplin im gesamten Unternehmen. Der Gewinn je Aktie pre verbesserte sich von 2,06 auf 2,12 Euro.
„Unsere soliden Ergebnisse im 1. Quartal unterstreichen die Widerstandsfähigkeit unseres dynamischen und innovationsgetriebenen Geschäfts sowie unseres regionalisierten Ansatzes. Besonders freut mich die starke Leistung von Process Solutions, die das Wachstum bei Life Science beschleunigt“, sagte Belén Garijo, Vorsitzende der Geschäftsleitung und CEO von Merck. Allerdings musste man auch in Darmstadt die Prognose für das Gesamtjahr 2025 an die herausfordernde globale Lage anpassen. Garijo bleibt dennoch zuversichtlich: „Wir sehen uns weiterhin gut aufgestellt, um nachhaltiges Wachstum für 2025 und darüber hinaus zu erzielen.“ Die Ende April angekündigte Übernahme von Springworks Therapeutics sei ein Beleg dafür.
Das börsennotierte biopharmazeutische Unternehmen aus Stamford, Connecticut, ist auf schwere seltene Erkrankungen und Krebs spezialisiert und hat bereits Produkte am Markt. Merck will 47 US-Dollar je Aktie bezahlen. Das entspricht einem Unternehmenswert von 3,4 Milliarden Euro (drei Millionen Euro) oder einem Eigenkapitalwert von rund 3,9 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme wird in der Healthcare-Sparte von Merck den Fokus auf seltene Tumorerkrankungen schärfen, das Wachstum beschleunigen und die Präsenz in den USA als weltgrößtem Pharmamarkt stärken. Mit dem Abschluss der Transaktion wird im zweiten Halbjahr 2025 gerechnet.
Life Science beschleunigt Wachstum
Weiter aufwärts geht es im Life-Science-Segment von Merck. Hier stieg der Umsatz im ersten Quartal auf 2,2 Milliarden, was einem organischen Wachstum von 2,5 Prozent entspricht. Treiber war die von Garijo bereits erwähnte Nachfrage bei Process Solutions, die sich deutlich erholt hat. Hier wuchs der Umsatz um 11,4 Prozent auf 919 Millionen Euro.
In der Geschäftseinheit Science & Lab Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für die pharmazeutische, biotechnologische und akademische Forschung anbietet, sank der Umsatz hingegen auf 1,1 Milliarden Euro . Das entspricht einem organischen Rückgang von 2,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Ursachen hierfür waren die zunehmende Unsicherheit bei der Finanzierung wissenschaftlicher Forschung und ein nach wie vor herausforderndes Umfeld bei Ausgaben für die pharmazeutische Forschung.
Healthcare erneut mit profitablem Wachstum
In der Healthcare-Sparte ging es organisch um 3,4 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro Umsatz hinauf. Das war vor allem auf vorübergehend geringere Ausgaben für Forschung und Entwicklung zurückzuführen. Die Geschäftseinheit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie war der Hauptwachstumstreiber und erzielte in allen Therapiegebieten ein organisches Wachstum. Der Umsatz stieg hier organisch um 10,6 Prozent auf 757 Millionen Euro. In der Onkologie musste Merck hingegen organische Umsatzeinbußen von 1,9 Prozent hinnehmen. Auch in der Neurologie und Immunologie ging der Umsatz um 3,7 Prozent zurück. Lichtblick hier war das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad mit einem organischen Umsatzwachstum von 9,2 Prozent. Das Fertility-Portfolio erzielte einen nahezu stabilen Umsatz von 382 Millionen Euro (organisch: –0,4 Prozent) trotz nach wie vor erhöhter Vorjahreswerte aufgrund von Lieferengpässen bei Wettbewerbern.
Merck zuversichtlich, 2025 nachhaltiges Wachstum zu erzielen
Merck hat seine Konzernprognose für 2025 leicht angepasst, um das aktuelle makroökonomische und geopolitische Umfeld zu berücksichtigen. Vor allem Wechselkurseffekte könnten das Ergebnis in allen drei Unternehmensbereichen stärker beeinflussen. In Life Science, dem größten Unternehmensbereich von Merck, spiegelt die leichte Anpassung der Prognose auch die gegenwärtigen Unsicherheiten mit Blick auf Zölle wider. Merck bleibt dennoch zuversichtlich, 2025 nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Das Unternehmen rechnet jetzt mit einem Konzernumsatz zwischen 20,9 und 22,4 Milliarden Euro sowie einem EBITDA pre zwischen 5,8 und 6,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem organischen Umsatzwachstum von zwei bis sechs Prozent und einem organischen EBITDA-pre-Wachstum zwischen zwei und sieben Prozent.


