Merck mit deutlichem Gewinnrückgang

by | Mar 7, 2024

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Der Corona-Sondereffekt ist vorbei und auch bei Halbleitern läuft es nicht rund. Die Konzernführung spricht von einem „Übergangsjahr“.

 

Es sind keine glanzvollen Zahlen, die der Pharma- und Technologie-Konzern Merck heute präsentiert: minus 1,6 Prozent beim Umsatz auf 21 Milliarden Euro, minus neun Prozent beim EBITDA vor Sondereinflüssen auf 5,9 Milliarden Euro.

Vor allem das Geschäftsfeld Life Science mit den diversen Laborangeboten sei die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Wesentlichen durch zwei Marktfaktoren belastet: Wie erwartet ging der Covid-19-bedingte Umsatz signifikant zurück von rund 800 Millionen Euro im Vorjahr auf jetzt nur noch 250 Millionen Euro. Zudem schwächte sich das Kerngeschäft der Geschäftseinheit Process Solutions deutlich ab, da Hauptkunden Lagerbestände abbauten und sich entsprechend bei Neubestellungen zurückhielten. Dies führte insgesamt zu einem organischen Umsatzrückgang im Kerngeschäft (ohne Covid-19-bedingte Umsätze) von Life Science von rund zwei Prozent. Insgesamt sank der Umsatz des Unternehmensbereichs um 10,6 Prozent auf knapp 9,3 Milliarden Euro. Wobei der organische Rückgang 7,9 Prozent betrug, negative Wechselkurseffekte wirkten sich mit 2,7 Prozent auf die Umsatzentwicklung aus. Aufgrund der genannten Marktfaktoren sanken die Umsätze in den Geschäftseinheiten Process Solutions (‑14,4 Prozent) und Life Science Services (‑14,6 Prozent) organisch.

Science & Lab Solutions, das im Geschäftsjahr 2023 rund die Hälfte der Umsätze von Life Science generierte, verzeichnete einen organischen Umsatzrückgang um 0,6 %. Die Geschäftseinheit bietet Produkte und Dienstleistungen zur Unterstützung von Forschungs-, Diagnostik- und Prüfaktivitäten an. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Life Science ging im Geschäftsjahr 2023 organisch um 21,4 Prozent zurück und lag bei etwa 2,8 Milliarden Euro. Die EBITDA pre-Marge lag bei 30,4 Prozent.

Healthcare-Sparte entwickelte sich deutlich besser

Positiver fällt hingegen die Bilanz für die Healthcare-Sparte von Merck aus. Der Unternehmensbereich steigerte 2023 seinen Umsatz organisch um 8,5 Prozent. Beeinflusst von negativen Wechselkurseffekten in Höhe von 5,8 Prozent stieg der Umsatz insgesamt um 2,7 Prozent auf knapp 8,1 Milliarden Euro.

Wesentliche Wachstumstreiber waren die Markteinführungen der sogenannten ersten Welle – die „wave 1 launches“. Das Krebsmedikament Bavencio erzielte ein organisches Umsatzplus von 23,4 Prozent. Der Umsatz von Mavenclad zur Behandlung schubförmiger Multipler Sklerose stieg organisch um 15,9 Prozent. Mavenclad erzielte erstmals seit der Markteinführung einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar Umsatz pro Jahr und wird damit zum sogenannten Blockbuster-Medikament. Gleiches galt nun im zweiten Jahr für das Krebsmedikament Erbitux mit 1.025 Millionen Euro Umsatz. Auch die Geschäftseinheiten Fertilität (organisch +14,9 Prozent) sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie (organisch +4,0 Prozent) erzielten organische Umsatzsteigerungen. Im Bereich Fertilität wurden diese zusätzlich unterstützt durch Lieferengpässe bei Konkurrenzprodukten.

Das EBITDA vor Sondereffekten von Healthcare stieg organisch um 17,1 Prozent und erreichte 2,5 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte wirkten sich mit 14,4 Prozent negativ auf die Ergebnisentwicklung des Unternehmensbereichs aus. Die EBITDA pre-Marge lag bei 31,6 Prozent.

Anleger setzen auf das kommende Jahr

Da der Konzern für 2024 mit einem leichten bis moderatem organischem Wachstum rechnet und auch die Dividenden konstant bei 2,20 Euro bleiben soll, war die Merck Aktie heute vorbörslich noch im Plus – obwohl da bereinigte Ergebnis je Aktie für 2023 von 10,05 auf 8,49 Euro sank. Zeitweise notiert die Merck-Aktie via Tradegate bei 157,80 Euro und zeigt damit eine zeitweise positive Kursbewegung von 0,19 Prozent. Auch zum Börsenstart lag der Kurs noch relativ stabil bei 158 Euro.

 

 

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