Menopause, das Tabuthema

von | Okt. 18, 2024

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Zum heutigen Welt-Menopause-Tag mahnen zahlreiche Verbände und Politiker, das Thema zu enttabuisieren. Die CDU/CSU-Fraktion hat sogar einen Antrag im Bundestag eingereicht.

 

Eine Milliarde Frauen weltweit, die bis 2030 in den Wechseljahren sind, sagt die Statistik. Und zwei Drittel davon leiden unter Beschwerden, die bis zu 15 Jahre anhalten und sich aus über 30 verschiedenen Symptomen zusammensetzen können. Genau darum geht es heute am Welt-Menopause-Tag. Sogar das Parlament im Deutschen Bundestag diskutiert nach einem Antrag der CDU/CSU-Fraktion über das Thema. Sein Titel: Gesamtgesellschaftliches Bewusstsein für die Wechseljahre der Frau – Für eine nationale Menopause-Strategie nach internationalem Vorbild.”

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) hat eine klare Haltung zum Thema, denn aus ihrer Sicht seien die Wechseljahr der Frau keinesfalls eine Privatangelegenheit, sondern ein Thema für die ganze Gesellschaft, über das gesprochen werden sollte und auf das sich insbesondere Arbeitgeber einstellen sollten. „Gerade am Arbeitsplatz sind die Wechseljahre häufig noch ein Tabuthema. Geeignete Maßnahmen zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement fehlen häufig. Mir ist es daher ein wichtiges Anliegen, dass sich auch Unternehmen stärker mit den Wechseljahren beschäftigen. So werden nicht nur betroffene Frauen unterstützt, sondern auch wirtschaftliche Folgekosten reduziert.“

Ausmaß ist groß

Dass Gerlach mit diesen Aussagen nicht übertreibt, zeigt die erste bundesweite Befragung von Frauen über Wechseljahrsbeschwerden der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin vor genau einem Jahr. Demnach haben die Wechseljahre vor allem im Arbeitskontext für Frauen Folgen – so sehr, dass zehn Prozent der Befragten mit Beschwerden früher in Rente gehen wollen oder bereits gegangen sind. Bei den über 55-Jährigen sind es sogar fast 20 Prozent. Den Verlust dieses Fachwissens und dieser Arbeitskräfte kann sich die deutsche Wirtschaft kaum leisten.

Unterstützung bekommt der CDU/CSU-Antrag vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP). Dort unterstütze man die Forderung vollumfänglich, das Thema Wechseljahre und Menopause in das betriebliche Gesundheitsmanagement aufzunehmen und Arbeitgeber dafür zu sensibilisieren, die Arbeitsbedingungen anzupassen. Der BDP verweist außerdem darauf, dass es in anderen europäischen Ländern durchaus Unterstützung für Frauen wie flexible Arbeitszeitmodelle oder auch gesundheitsorientierte Ernährungs- und Bewegungsangebote spezielle für Frauen in dieser Lebensphase gebe.

Digitale Unterstützung

Aus dem Bundesgesundheitsministerium gab es bisher keinen Kommentar. Dafür macht die Viactiv Krankenkasse Werbung dafür, dass es durchaus digitale Unterstützung für Frauen in der Menopause gebe. Dort hat man sich mit Medice Health Family zusammengeschlossen, sodass die bei Viactiv versicherten Frauen nun Zugriff auf die Präventionskurse der Femfeel-App als Teil der Versicherungsleistung bekommen. Herzstück der App ist der zertifizierte Präventionskurs „Progressive Muskelentspannung für die Wechseljahre“, der nachweislich Symptome wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen lindern kann.

„Mit der Femfeel-App können Frauen ein digitales Begleitangebot nutzen, welches ihnen hilft, ihr Wohlbefinden in den Wechseljahren zu steigern und so aktiver und damit auch gesünder durch diese Lebensphase zu gehen”, erklärt Dr. Simone Kunz, Vorständin der Viactiv Krankenkasse.

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