Mehr Patente und Research im Bereich der digitalen Gesundheit

by | Jun 28, 2024

Anhoren

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Eine Auswertung des US-Datenspezialisten Clarivate zeigt, dass das Interesse an digitalen Gesundheitslösungen steigt. Aus Sicht der Analysten unterstreichen die Zahlen das Potenzial von Wearables, Apps und KI.

 

Die Zahl der akademischen Veröffentlichungen zum Thema digitale Gesundheit hat sich seit 2013 fast versiebzigfacht. Das belegt eine aktuelle Auswertung von Clarivate, einem Spezialisten für forschungsbezogene Daten und Software. Der aktuelle Bericht zeigt „ein schnelles Wachstum sowohl bei den Forschungs- als auch Patentaktivitäten im Bereich der digitalen Gesundheit“, heißt es. China sei bei der Anzahl der veröffentlichten Artikel führend. Danach kommen die USA und Indien. Auch Deutschland ist mit Platz 9 in den Top 10 vertreten.

Vor allem Arbeiten rund um Künstliche Intelligenz und Advanced Analytics haben demnach stark zugenommen. Weitere Research-Themen im Fokus der Wissenschaft: mobile Gesundheits-Apps, Connected-Healthcare-Plattformen, Sensoren und Wearables. Nach Hochschulen aufgeteilt, liegt die Harvard University mit 284 Digital-Health-Arbeiten vorne, gefolgt vom University College London mit 198 Arbeiten und der University of Toronto mit 187 Arbeiten. Mit 87 Veröffentlichungen liegt die Freie Universität Berlin als einzige deutsche Bildungseinrichtung auf Platz 25 von 25 gelisteten Instituten. Die relativ schlechte Platzierung liegt hier allerdings nicht an der Anzahl der Veröffentlichung, sondern an deren Zitierungen, die bei anderen Universitäten deutlich höher ausfällt.

Aus Theorie wird auch Praxis

Was der Clarivate-Report allerdings auch zeigt: Nicht nur die Wissenschaft befasst sich mit dem Thema Digital Health. Auch die Anzahl der Patente in diesem Segment legt zu, wie die Analysten von Clarivte unterstreichen – und zwar mit einem schnellen Wachstum als bei den wissenschaftlichen Arbeiten. Im Zeitraum 2013 bis 2022 gab es 140.000 neue Patentanmeldungen. Und hinter der Mehrheit dieser Patente stehen Unternehmen. Bei Clarivate glaubt man deshalb, dass die Unternehmensaktivitäten im Bereich der digitalen Gesundheit die akademische Forschung überholt haben, vermutlich um geistiges Kapital zu sichern und einen frühen Marktvorteil zu erlangen. Zu den Unternehmen mit starken Patentportfolios gehören sowohl etablierte Unternehmen als auch Startups, ist im Report zu lesen.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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