Der GKV-Spitzenverband rechnet vor, dass die Stundenlöhne in der Pflege im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent gestiegen sind. Die Kehrseite: Damit steigt der Eigenanteil der Pflegebedürftigen.
Die Geschäftsstelle Tarifliche Entlohnung in der Langzeitpflege beim GKV-Spitzenverband hat ermittelt: Die durchschnittlichen Stundenlöhne sind gegen über dem Vorjahr um 8,8 Prozent auf 22,60 gestiegen. Das sind je nach Region zwischen vier und zehn Prozent mehr für die Pflegekräfte und sei ein signifikanter Anstieg gegenüber den Vorjahren, wo es im Vergleich nur etwa zwei Prozent pro Jahr für Pflegekräfte gab. Berücksichtigt werden für die Ermittlung der Durchschnittslöhne diejenigen Löhne, die aufgrund von Tarifverträgen oder kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien an Pflege- und Betreuungskräfte gezahlt werden.
Für Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands ist das ein klares Zeichen, dass sich die Pflegekräfte in Deutschland insgesamt auf eine „faire Bezahlung“ verlassen können: „Der Grund für den Anstieg ist die Anbindung der durchschnittlichen Entlohnung an die Tariflohnentwicklung.“
Für Pflegebedürftige gibt es allerdings auch eine Kehrseite. Denn aufgrund der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen wirken sich die höheren Löhne auf die Eigenanteile der Pflegebedürftigen aus. „Die Politik muss hier endlich Wege aufzeigen, um die steigende Belastung der Pflegebedürftigen wirksam zu begrenzen“, betont Pfeiffer.
Auch Ungelernte profitieren
Betrachtet man die Beschäftigtengruppen im Einzelnen deutschlandweit, so betragen für Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung die neuen Durchschnittslöhne im Schnitt zukünftig 19,26 Euro. Das sind knapp 9,9 Prozent mehr als im Jahr 2023. Pflegeassistenzkräfte, also Hilfskräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung, erhalten durchschnittlich 21,41 Euro. Das sind circa 9,6 Prozent mehr als bisher. Der neue Durchschnittslohn für Pflegefachkräfte beträgt 25,93 Euro, ein Plus von knapp 9,2 Prozent.
In diesem Jahr hat die Geschäftsstelle Tarifliche Entlohnung in der Langzeitpflege beim GKV-Spitzenverband mehr als 11.000 Meldungen von tarifgebundenen Pflegeeinrichtungen erhoben und ausgewertet. Die errechneten Werte zeigen, dass zahlreiche Tarifverträge in der Pflegebranche zwischen 2023 und 2024 Lohnerhöhungen enthalten, die über die Steigerungen der Vorjahre hinausgehen. Dies führt in Baden-Württemberg, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen zu Steigerungen um zehn Prozent. Mit circa neun Prozent liegen die Bundesländer Hamburg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen knapp dahinter. Im Mittelfeld mit rund sechs bis acht Prozent liegen die Bundesländer Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Hessen. In Bremen und Berlin mit circa vier, respektive fünf fallen Steigerungen geringer aus. In Bremen werden nach dem Erhebungsstichtag erfolgte Tariferhöhungen erst im nächsten Jahr sichtbar.


