Medizinuni Lausitz: Aufbau in Rekordtempo

von | Aug. 4, 2026

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Innerhalb von nur fünf Jahren wurde in der Lausitz eine Gesundheitsregion mit einer neuen Medizinuniversität als Zentrum geschaffen. Im Herbst starten nun die ersten Studenten.

 

Es ist genau fünf Jahre her, dass eine Expertenkommission unter Leitung von Prof. Dr. Karl Max Einhäupl dem Land Brandenburg ihre Empfehlungen zum Aufbauer der Universitätsmedizin Lausitz vorlegte. 2024 wurde die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) gegründet. Und jetzt im Herbst werden die ersten Studenten immatrikuliert.

Der brandenburgische Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke würdigte diesen Aufbau in Rekordtempo nun: „Wo jahrzehntelang Kohle gefördert wurde, entsteht eine Modellregion für Gesundheit und Forschung. Das ist mehr als ein Strukturprojekt – es ist ein Versprechen an die Menschen in Brandenburg.” Und Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle ergänzt: „In Cottbus entsteht eine Medizinische Universität, die es so noch nicht gibt: mit einem patientenzentrierten Modellstudiengang, der die Digitalisierung und Gesundheitssystemforschung besonders berücksichtigt. Hier werden die Ärztinnen und Ärzte von morgen ausgebildet – hier wird erprobt, wie gute Versorgung künftig gelingt.“

Schüle war es auch, die die Kommission im September 2020 einsetzte – mit dem Auftrag, ein wissenschaftlich überzeugendes Profil von überregionaler Bedeutung zu entwickeln. Den Vorsitz übernahm Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, der frühere Vorstandsvorsitzende der Charité und ehemalige Vorsitzende des Wissenschaftsrats. In der interdisziplinär besetzten Kommission wirkten Fachleute aus Wissenschaft, Gesundheitsversorgung, Digitalisierung, Pflege und Verwaltung mit.

Zum Wintersemester 2026/2027 startet nun der Modellstudiengang Humanmedizin mit zunächst 36 Studierenden. Bis 2035 soll die Zahl auf rund 165 Studienanfängerinnen und Studienanfänger pro Jahr steigen.

Finanzierungsfragen offen

Nun gilt es allerdings auch, die Finanzierung der MUL-CT auf ein solides Fundament zu stellen. Der Aufbau wurde bisher zu einem Großteil aus den Bundesmitteln finanziert, den Brandenburg als Entschädigung für den Braunkohleausstieg bekommen hat. Spätestens ab Mitte des kommenden Jahrzehnts – so der aktuelle Stand – muss das Land selbst für die Finanzierung aufkommen. Hier bleiben große Fragezeichen, denn Finanzminister Daniel Keller muss bereits ein Defizit von 3,5 Milliarden Euro ausgleichen und hat dafür Stellen in der Landesverwaltung gestrichen.

Zur Gründung 2024 sagte der heutige Vorsitzende der MUL-CT, Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel: „Das Problem ist, dass wir keine Gesundheitssystemforschung im klassischen Sinne haben, die uns an Modellen ausprobieren lassen würde, was es bedeutet, weniger Krankenhausbetten in einer Region zu haben und dafür mehr ambulante Versorgung zu realisieren. Und auch die wird es in Zukunft in der Lausitz geben. Auch deshalb ist dieses Projekt aus meiner Sicht dringend notwendig – und damit auch die Investitionen.“

Demnach könnte auch sich genau hier an der Forschungsschnittstelle auch eine Stellschraube für eine künftige Finanzierung der MUL-CT ergeben.

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