Medizinischer Cannabiskonsum gut für Psyche

by | Apr 5, 2024

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Forscher der Universität Basel bestätigen in einer Studie, dass sich Cannabiskonsum zu Therapiezwecken positiv auf die psychische Gesundheit der Konsumenten auswirkt.

 

Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ist umstritten. Vor allem psychische Beeinträchtigungen durch den Konsum werden immer wieder als Argument von Kritikern herangezogen. Eine Studie der Universität Basel zeigt jetzt allerdings: In den USA hat sich die Freigabe von Marihuana für medizinische Zwecke kaum auf die psychische Gesundheit der breiten Bevölkerung ausgewirkt. Dafür nützt die Legalisierung zu Therapiezwecken aber vor allem denjenigen, für die sie gedacht ist.

Für ihre Analyse haben die Forscher zwei große Datensätze zusammengeführt: Daten von fast acht Millionen Personen, die zwischen 1993 und 2018 im Rahmen des „Behavioral Risk Factor Surveillance System“ an Telefonbefragungen teilgenommen haben, in denen unter anderem das psychische Wohlbefinden erfasst wird. Zum anderen handelt es sich um Daten aus dem „National Survey on Drug Use and Health“, der Informationen zu gesundheitsbezogenen Themen wie Drogenkonsum in den USA sammelt.

Mittels statistischer Zuordnungen bildeten die Forscher verschiedene Gruppen. Sie umfassen Personen, die hinsichtlich des Konsums von Marihuana entweder mit hoher Wahrscheinlichkeit abstinent sind, Marihuana als Freizeitdroge verwenden oder es aus medizinischen Gründen konsumieren. Weiter konnten Personen identifiziert werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit unter chronischen Schmerzen leiden. Die psychische Gesundheit wurde anhand einer Selbsteinschätzung erfasst, bei der die Befragten die Anzahl der Tage angaben, an denen sie im Vormonat psychische Probleme hatten.

Positive Effekte bei therapeutischem Konsum

Mit Hilfe statistischer Verfahren konnten die Forscher die Auswirkungen einer gesetzlichen Freigabe von Marihuana für medizinische Zwecke abschätzen. Das Resultat: Der erleichterte Zugang verbessert die psychische Gesundheit bei Personen, die Marihuana aus medizinischen Gründen konsumieren. Dasselbe gilt für Personen, die mit großer Wahrscheinlichkeit unter Schmerzen leiden. Die Studienautoren schätzen, dass diese beiden Gruppen durch die Gesetzesänderung pro Monat 0,3 Tage weniger in schlechter psychischer Verfassung verbringen.

Gleichzeitig fanden die Forscher keinen Effekt auf die mentale Gesundheit von Freizeitkonsumenten oder auf jüngere Bevölkerungsgruppen. „Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass die Gesetzgebung zu medizinischem Cannabis in den USA den Menschen nützt, für die sie gedacht ist, ohne anderen Gruppen zu schaden“, fasst Studienleiter Prof. Dr. Alois Stutzer von der Universität Basel zusammen. Die Studie wurde im Journal „Health Economics, Policy and Law” veröffentlicht.

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