Medizin-Allianz mit Strahlkraft?

by | Mar 21, 2024

Der Freistaat Bayern will in Zukunft auch für Spitzenmedizin international bekannt sein

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In Bayern wurde nicht nur die „Highmed Agenda“ verabschiedet, auch die Universitätsmedizin im Land soll zusammengelegt werden. Das Ziel: Spitzenmedizin „made in Bayern“.

 

Das war ein „guter Tag für die Spitzenmedizin in Bayern“, fasste Wissenschaftsminister Markus Blume die Ergebnisse der Sitzung des Bayrischen Ministerrats zusammen: „Der Freistaat startet unter anderem eine Digitalisierungs- und Ausbildungsoffensive und schafft neue Strukturen, um den super Medizinstandort Bayern noch ein bisschen besser zu machen.“

Was der Minister mit dieser Aneinanderreihung von Superlativen meint: die Highmed Agenda sowie zweit Änderungen im Universitätsklinikagesetz. Vor allem letztere dürften für Aufsehen sorgen. Denn damit hat die Politik in Bayern in einem ersten Schritt nicht nur den Weg für den Zusammenschluss des Deutschen Herzzentrums München (DHM) und des Klinikums recht der Isar der TU München (MRI) zum TUM Klinikum freigemacht. In einem zweiten Schritt schafft der Freistaat die M1 – Munich Medicine Alliance. Unter diesem Dach sollen künftig die Unikliniken der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der TUM sowie das Helmholtz Zentrum München zu „dem führenden Zentrum für Spitzenmedizin in Europa“ zusammenfinden. Diese neue Allianz ermögliche eine standortumfassende Gesamtstrategie, heißt es aus dem Bayrischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.

2.700 neue Studienplätze in Bayern

Gegen diese News fällt die Highmed Agenda fast ein wenig ab. Aber auch hier sind die Ziele groß. Mit einer Ausbildungsoffensive will der Freistaat 2.700 neuen Studienplätze im ganzen Land schaffen, darunter den neuen Studiengang „Medizin Niederbayern“ an der Universität Regensburg. Hier findet der klinische Teil der Ausbildung an Standorten in der Region statt, womit man diese den Studenten wohl „schmackhaft“ machen will. Ein zweiter Aspekt der Highmed Agenda ist die Digitalisierungsoffensive, womit der Freistaat „Vorreiter der Digitalisierung im Gesundheitswesen werden kann“, heißt es. Hier hat man sich den Ausbau der IT-Infrastruktur, Forschung mit Gesundheitsdaten sowie die „Bavarian Health Cloud“ auf die Fahne geschrieben.

Und dann soll es auch noch eine Kooperationsoffensive geben, unter anderem durch die Neueinrichtung eines Bayerischen Zentrums für Prävention von Infektionserkrankungen in enger Zusammenarbeit mit dem bayerischen Gesundheitsministerium. Man darf also gespannt sein, welche weiteren Entwicklungen sich im Süden der Republik zeigen.

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