Das Berliner Pharmaunternehmen Medios AG übernimmt 74 Prozent an der Hildener Caesar & Lorenz GmbH, kurz Caelo, einem führenden Anbieter pharmazeutischer Wirkstoffe.
Konkreten Mehrwert für Apotheken verspricht sich das Berliner Pharmaunternehmen Medios von der Übernahme der Caeser & Lorenz GmbH in Hilden, kurz Caelo. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe könne man Apotheken künftig noch umfassender aus einer Hand begleiten – von zugelassenen Arzneimitteln über die sterile Zubereitung (Compounding) bis zu den Wirk- und Rohstoffen für die eigene Rezeptur. 74 Prozent der Anteile an Caelo übernehmen die Berliner dafür. Finanziert wird die Transaktion über Kredite, ist abhängig von der künftigen Performance von Caelo und bewegt sich laut Pressemitteilung im oberen einstelligen Millionenbereich.
Caelos bringt ein Produktportfolio mit an den Tisch, das sich zu dem von Medios ergänze, ohne sich zu überschneiden, rund 240 Mitarbeiter sowie einen erwarteten Umsatz im laufenden Geschäftsjahr von rund 40 Millionen Euro.
Medios will mit der Übernahme den Grundstein für eine europäische Plattform für Compounding Essentials legen. Unter der neuen Medios Holding Compounding Essentials GmbH – geführt von Constantijn van Rietschoten, im Vorstand der Medios AG verantwortlich für das internationale Geschäft – bündelt Medios künftig seine europäischen Aktivitäten in diesem Bereich, gemeinsam mit den Gesellschaften in Belgien (Magis Pharma) und Spanien (Metapharmaceutical). Da pharmazeutische Wirkstoffe – anders als Fertigarzneimittel – über den gemeinsamen europäischen GMP-Standard grenzüberschreitend handelbar sind, lässt sich dieses Angebot schrittweise auch um zusätzliche Produktgruppen erweitern und in weitere europäische Märkte tragen. Caelo soll als eigenständige Gesellschaft mit ihrer Marke fortgeführt und von Asiye Dogan geleitet werden. Dogans bisheriger Co-Geschäftsführer Ulrich von der Linde scheidet mit dem Closing aus seinem Amt aus aus. Die Standorte Hilden und Bonn, wo Caelos beispielsweise eine Vaselinfabrik betreibt, bleiben die operative Basis.
Der scheidende Geschäftsführer von der Linde sagt zur Übernahme: „Mit dem Eintritt in die Medios-Gruppe eröffnen sich für Caelo hervorragende Perspektiven: ein starker Verbund, neue Vertriebswege und neue Wachstumsmöglichkeiten. Ich bin überzeugt, dass damit die Zukunft für Caelo mit seinen Teams in Hilden und Bonn gesichert ist“.
Medios: Wachstum, aber schwache Profitabilität
Tatsächlich steht die Medios-Gruppe laut der heute veröffentlichten Halbjahreszahlen solide da. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 8,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro (H1 2025: 991,7 Millionen Euro) und überschritten damit erstmals in einem Halbjahr die Marke von einer Milliarde Euro. Alle operativen Segmente trugen zum organischen Umsatzwachstum bei.
Trotz der positiven Umsatzentwicklung ging das EBITDA pre des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent auf 44 Millionen Euro zurück (H1 2025: 46,3 Millionen Euro) leicht zurück. Die EBITDA-pre-Marge lag damit nur noch bei 4,1 Prozent (H1 2025: 4,7 Prozent). Wesentliche Einflussfaktoren waren laut Unternehmensangaben die geringere Rohertragsmarge insbesondere im Segment Arzneimittelversorgung sowie der Anstieg der operativen Aufwendungen, die den positiven Effekt aus dem Umsatzwachstum mehr als kompensierten. Zudem war das erste Quartal im Vorjahr von einem einmaligen Sonderertrag aus dem Verkauf einer Apotheke in den Niederlanden geprägt.
Thomas Meier, Vorstandsvorsitzender der Medios AG, kommentiert die Halbjahresbilanz wie folgt: „Das anhaltende Wachstum in allen Geschäftsfeldern bestätigt uns in unserer generellen Aufstellung und Marktposition. Wir arbeiten jetzt konsequent daran, dieses Wachstum in eine bessere Profitabilität zu überführen.“
Dazu soll in Zukunft auch Caelo beitragen, da die Transaktion Medios Eintritt in den deutschen Markt für pharmazeutische Wirkstoffe beschleunigt und Potenziale insbesondere in Beschaffung, Produktion, Kapazitätsauslastung und Vertrieb eröffnet – auch wenn diese Auswirkungen im laufenden Geschäftsjahr noch nicht zu spüren sein werden.



