Medikamentenlieferdienst Mayd Pleite

by | Jun 20, 2024

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Arzneimittellieferdienst Mayd musste ein Insolvenzverfahren eröffnen. Insgesamt erfasst die Pleitewelle gerade viele Lieferdienste. Dabei war Mayd finanziell mit 45 Millionen Euro aus zwei Finanzierungsrunden gut aufgestellt.

Medikamente direkt nach Hause geliefert bekommen, klingt eigentlich komfortabel – vor allem jetzt, wo das E-Rezept endlich ausgerollt ist. Dennoch scheint die fortschreitende Digitalisierung im Segment dem Berliner Lieferdienst Mayd kein Glück gebracht zu haben. Gestern musste der Spezialist für Arzneimittellieferungen beim Amtsgericht Charlottenburg das Insolvenzverfahren eröffnen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird der Experte für Startup-Schieflagen Dr. Florian Linkert bestellt.

Zuletzt war der Lieferdienst in die Schlagzeilen geraten, weil mehrere Gerichte die Auslieferung von Medikamenten an Sonn- und Feiertagen für unlauter halten. Die Wettbewerbszentrale hatte im Herbst 2022 Unterlassungsklage eingereicht, weil sie es für wettbewerbswidrig hielt, Arzneimittel einer Apotheke auszuliefern, die keinen Notdienst hat – und Recht bekommen, erst vor dem Landgericht in Köln, dann auch vor dem Oberlandesgericht.

Ob die Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Insolvenz stehen, ist nicht klar. Auf Nachfrage des Finanzmagazins Capital wollte sich Firmengründer Hanno Heintzenberg mit Verweis auf das laufende Insolvenzverfahren nicht äußern. Fakt ist, dass Mayd finanziell mit zwei Investorenrunde in Höhe von 15 und 30 Millionen Euro deutlich besser aufgestellt war, als viele andere Startups. Zuletzt hatte Mayd seinen Service in rund 70 Städten angeboten. Und auch die beiden Firmengründer Heintzenberg und Lukas Pieczonka haben mit dem Immobilien-Startup Mc Makler schon einmal bewiesen, dass sie Unternehmertum verstehen. Die zugehörige App ist mittlerweile nicht mehr erreichbar.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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