Luftverschmutzung beeinflusst In-vitro-Fertilisation

by | Jul 8, 2024

Anhoren

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Eine heute in Amsterdam vorgestellte Studie der European Society of Human Reproduction and Embryology stellt einen Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und der In-vitro-Fertilisation her.

  

Je stärker Frauen vor der Entnahme der Eizellen mit Feinstaub belastet sind, desto geringer fallen die Chancen für eine Lebendgeburt bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF) aus. Das zeigt eine neue Studie der European Society of Human Reproduction and Embryology, die heute im Rahmen ihres 40. jährlichen Meetings in Amsterdam vorgestellt wurde. Für die Studie wurde die PM10-Exposition – also eine Feinstaubbelastung mit Partikeln mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern – in den zwei Wochen vor der Eizellentnahme analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt um 38 Prozent abnahm, wenn das höchste Quartil der Exposition mit dem niedrigsten Quartil verglichen wurde.

Die über einen Zeitraum von acht Jahren in Perth, Australien, durchgeführten Untersuchungen analysierten 3.659 eingefrorene Embryotransfers von 1.836 Patienten. In der Studie wurden die Luftschadstoffkonzentrationen über vier Expositionszeiträume vor der Eizellentnahme (24 Stunden, 2 Wochen, 4 Wochen und 3 Monate) untersucht, wobei Modelle zur Berücksichtigung von Ko-expositionen erstellt wurden.

Eine steigende PM2,5-Exposition (Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern) in den drei Monaten vor der Eizellenentnahme war ebenfalls mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt verbunden, die von 0,90 im zweiten Quartil auf 0,66 im vierten Quartil fiel.

Schon geringe Mengen Feinstaub reichen aus

Bemerkenswert sei, dass die negativen Auswirkungen der Luftverschmutzung trotz der insgesamt ausgezeichneten Luftqualität während des Untersuchungszeitraums beobachtet wurden, wobei die Werte für PM10 und PM2.5 nur an 0,4 Prozent, respektie 4,5 Prozent der Untersuchungstage die WHO-Richtlinien überschritten.

Dr. Sebastian Leathersich, Hauptautor der Studie, erklärt: „Dies ist die erste Studie, die gefrorene Embryotransferzyklen verwendet hat, um die Auswirkungen der Schadstoffbelastung während der Entwicklung der Eizellen und zum Zeitpunkt des Embryotransfers und der frühen Schwangerschaft getrennt zu analysieren. So konnten wir feststellen, ob sich die Verschmutzung auf die Eizellen selbst oder auf die frühen Stadien der Schwangerschaft auswirkt.” Auch er betont die Tatsache, dass selbst in einem Teil der Welt mit vergleichsweise hervorragender Luftqualität diese starke Korrelation zu beobachten sei. Deshalb müsse die Minimierung der Schadstoffexposition eine der wichtigsten Prioritäten für die öffentliche Gesundheit sein.

Das verdeutlicht auch Professor Dr. Anis Feki, designierter ESHRE-Vorsitzender: „Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, den Umweltfaktoren im Bereich der reproduktiven Gesundheit weiterhin Aufmerksamkeit zu schenken”.

Die Zusammenfassung der Studie wird heute in Human Reproduction veröffentlicht, einer der weltweit führenden Fachzeitschriften für Reproduktionsmedizin.

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