Long-Covid: Britische Forscher finden möglichen Biomarker

by | Feb 27, 2024

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Neue Forschung der Universität Cambridge hat Interferon-Gamma als potenziellen Biomarker für die Müdigkeit bei Long COVID identifiziert. Die Produktion dieses Proteins hielt bei einigen Patienten bis zu 31 Monate nach der Infektion an.

 

Eine neue Studie der Universität Cambridge könnte einen Wendepunkt in der Long-Covid-Forschung sein. Dr. Benjamin Krishna und seinem Team am Cambridge Institute of Therapeutic Immunology & Infectious Disease (CITIID) konnten nun einen Zusammenhang zwischen Interferon-Gamma (IFN-γ) und der anhaltenden Müdigkeit vieler Long-Covid-Patienten fest- und damit einen bestimmten immunologischen Mechanismus herstellen.

Frühere Untersuchungen hatten bereits auf die Rolle von IFN-γ bei der Bekämpfung von Virusinfektionen hingewiesen. IFN-γ ist ein antivirales Protein, das vom Immunsystem produziert wird, um Viren zu bekämpfen. Normalerweise wird seine Produktion eingestellt, sobald die Infektion abgeklungen ist. Bei einigen Long-Covid-Patienten fanden die Forscher jedoch heraus, dass die Produktion dieses Proteins über einen langen Zeitraum fortgesetzt wurde, was auf einen zugrunde liegenden immunologischen Mechanismus hinweist, der mit der anhaltenden Müdigkeit verbunden ist.

Möglichkeit für personalisierte Behandlungsansätze

Long-Covid stellt Gesundheitsdienste und Ärzte weltweit noch immer vor große Herausforderungen bei der Diagnose und Behandlung. Eines der am stärksten beeinträchtigenden Symptome ist eben die anhaltende Müdigkeit. Die Ergebnisse der Studie könnten weitreichende Auswirkungen auf die Behandlung der Erkrankung haben und die Möglichkeit eröffnen, personalisierte Behandlungsansätze zu entwickeln. Eine gezielte Therapie, die sich auf die Unterdrückung der IFN-γ-Produktion konzentriert, könnte Patienten mit Long-Covid helfen, ihre Symptome zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Darüber hinaus könnte die Entdeckung von IFN-γ als Biomarker auch dazu beitragen, zukünftige Ausbrüche von Coronavirus-Pandemien besser zu bewältigen. Indem Ärzte frühzeitig auf einen solchen möglichen Biomarker achten, könnten sie schneller geeignete Behandlungen einleiten und die Auswirkungen der Krankheit besser kontrollieren.

Die Forscher betonen jedoch, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um die Rolle von IFN-γ bei Long-Covid abzuklären und die Wirksamkeit von Behandlungsansätzen zu bestätigen.

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