Liquide Biopsie bei Krebs

by | Jul 1, 2024

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Forscher der Universität Zürich und des Universitätsspitals Zürich haben eine neue Methode entwickelt, mit der Blutproben auf Krebserkrankungen untersucht werden können.

 

„Liquide Biopsie“ statt invasiver Verfahren zur Erkennung von Krebs – dieser Durchbruch ist nun Forschern der Universität Zürich (UZH) und des Universitätsspitals Zürich (USZ) gelungen. Gemeinsam haben sie eine neuartige Methode entwickelt, mit der nicht mehr Organe oder Gewebe, sondern Blutproben auf Krebserkrankungen untersucht werden können. Konkret werden dafür im Blut zirkulierende, freie DNA-Fragmente – also Erbgutschnipsel der Zellen eines Patienten – sequenziert und analysiert. „Unsere Methode kann zukünftig für die Risikoabschätzung, die Behandlungsüberwachung in der Nachsorge und die frühe Erkennung eines Rückfalls eingesetzt werden. Und das grundsätzlich für alle Tumoren“, führt Zsolt Balázs, Co-Erstautor der Studie, vom Institut für Quantitative Biomedizin der UZH, aus.

Einfacher und schneller

Der große Vorteil der Blutprobenuntersuchungen sei zudem, dass sie im klinischen Alltag sowohl schneller als auch deutlich einfacher durchgeführt werden können. Das entlastet die Kliniken und spart den Betroffenen Wartezeit. Zudem kann die neue Analysemethode für Flüssigbiopsien helfen, die Tumorausbreitung und -aktivität besser zu definieren, um in Zukunft individuell auf den Patienten zugeschnittene Therapiestrategien zu entwickeln. „Wir können mit unserem neuen Verfahren früher und schneller sehen, wie stark sich die Krebserkrankung im Körper ausbreitet und wie gut Patienten auf die gewählte Behandlung ansprechen oder ob es zu einem Rückfall kommt“, fasst Balázs zusammen.

Dafür werden die Erbgutschnipsel auf die für die jeweils zu untersuchende Krebsart spezifischen Veränderungen untersucht – auf Änderungen in der Menge sowie auch auf die Längenverteilung der zirkulierenden DNA. „Mit der Flüssigbiopsie können wir aggressive Tumoren mit Metastasen von weniger heftig verlaufenden Krebserkrankungen unterscheiden – möglicherweise sogar früher als dies mit bildgebenden Verfahren möglich ist“, sagt Co-Erstautor Panagiotis Balermpas, Professor in der Klinik für Radio-Onkologie am USZ.

Lebensqualität der Patienten stärker berücksichtigen

Überprüft haben die Forscher ihre Methode an Patienten, die mit Radiotherapie behandelt wurden. In dieser Gruppe fanden sie auch mehrere HPV-positive Patienten. HPV steht für Humane Papillomaviren, die ebenfalls Krebs auslösen können. Die Menge an HPV-Erbgutschnipseln, die sie in den Blutproben finden konnten, erlaubte es den Wissenschaftlern, den Verlauf der Tumorlast zu verfolgen. Bei Tumoren im Kopf- und Halsbereich könnte eine erhöhte Konzentration an HPV-DNA ein frühes Signal für einen Rückfall sein, der mithilfe einer Immuntherapie bekämpft werden könnte.

„Je mehr ein Tumor metastasiert, desto schlechter ist die Lebensqualität der Patienten. Dies gilt auch bei nicht früh erkannten Lokalrezidiven. Zentral ist, die Behandlung idealerweise zu individualisieren und dabei den möglichen Nutzen aller Therapien sowie deren Einfluss auf die Lebensqualität der Patientinnen im Auge zu behalten“, schließt Balermpas, der innerhalb der Studie hauptverantwortlich für die Behandlung der Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren war.

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