Leichte Entwicklungsverzögerung durch Covid-19-Pandemie bei Kleinkindern

by | Apr 24, 2024

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Forscher der Johns Hopkins Medicine haben in einer umfassenden Studie nachweisen können, dass die Entwicklung von Kleinkindern während der Pandemiejahre nur leicht verzögert war.

 

Es sind gute Nachrichten, die das Johns Hopkins Children’s Center nun verkünden kann. Nach einer umfassenden Auswertung von Daten aus dem Comprehensive Health and Decision Information System (CHADIS), einer webbasierten Screening-Platform zur Entwicklung von Kindern, die in mehr als 5.000 Kinderarztpraxen in 48 Bundesstaaten genutzt wird, konnten sie zeigen: Bei Säuglingen und Kindern im Alter von fünf Jahren und jünger kam es aufgrund der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen nur zu „leichten“ Verzögerungen in der Entwicklung. Erscheinen ist die Studie in der Fachzeitschrift JAMA Pediatrics. Sie zeigt mögliche Zusammenhängen zwischen den pandemiebedingten Unterbrechungen des Alltagslebens und Veränderungen bei den Ergebnissen von Entwicklungsscreenings für Meilensteine auf.

Mehr Sorgen, aber nicht um Kinder

Für die Studie haben die Forscher die sogenannten ASQ-3-Werte – Ages and Stages Questionaire 3 – vor und während der Pandemie verglichen, die in den Bereichen Kommunikation (etwa 3 Prozent), Problemlösung (etwa 2 Prozent) und persönlich-soziale Fähigkeiten (etwa 2 Prozent) abnahmen. In den Bereichen der Fein- und Grobmotorik wurden keine Veränderungen festgestellt. Bei der Betrachtung von Kleinkindern im Alter von 0 bis 12 Monaten wurden ähnliche Auswirkungen beobachtet, auch hier gab es nur leichte Rückgänge in den Bereichen Kommunikation (etwa 3 Prozent) und Problemlösung (etwa 2 Prozent).

„Wir sind zunächst davon ausgegangen, dass die Auswirkungen bei Säuglingen geringer sind als bei älteren Kindern, da viele Betreuungspersonen mehr Zeit zu Hause mit ihren Kleinkindern verbracht haben”, sagt die leitende Studienautorin Sarah Johnson. Zudem untersucht die Studie, ob sich Eltern und Betreuer während der Pandemie mehr Sorgen um ihr Kind machten und stellten fest, dass dem nicht so war.

Insgesamt halten Johnson und ihr Team die Ergebnisse zwar für beruhigend, betonen jedoch gleichzeitig, dass die Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung der Kinder noch unklar sind. „Es ist wichtig, dass wir die Entwicklung von Kindern aller Altersgruppen weiterhin im Auge behalten, um zu verstehen, ob diese Veränderungen längerfristige Auswirkungen auf die Kinder haben oder ob sich mit zunehmendem Alter neue Herausforderungen ergeben”, sagt Johnson. Die Ergebnisse der Studie könnten bei der Planung künftiger Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit hilfreich sein.

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