Leibniz Institut DSMZ charakterisiert Brustkrebs-Zelllinien

by | Mar 19, 2024

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Studie zeigt: Charakterisierung von Brustkrebs-Zelllinien macht Entwicklung gezielterer Therapieansätze für Brustkrebs möglich.

 

Am Braunschweiger Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) haben Forscher die Eigenschaften von Brustkrebs-Zelllinien untersucht und neu charakterisiert. Das Ziel: ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Krankheitsbilder von Brustkrebs. Denn so könnte die Erkrankung effektiver behandelt werden, war die Idee. Die Studienergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Cells veröffentlich und zeigen, dass mit der präziseren Zuordnung der Zelllinien zu verschiedenen Brustkrebsarten neue, potenziell tumorrelevante Gene identifiziert werden können. Die Daten sind auf der DSMZCellDive-Plattform weltweit für Wissenschaftler verfügbar.

Die besondere Herausforderung bei der Behandlung von Brustkrebs: Es gibt kein einheitliches Krankheitsbild. Verschiedene molekulare Veränderungen prägen unterschiedliche Subtypen der Erkrankung. Um diese Veränderungen in den Krebszellen besser zu verstehen und gezielte Therapieansätze zu entwickeln, untersuchten die Forscher im Labor in vitro Modelle menschlicher Tumor-Zelllinien. Die DSMZ verfügt über mehr als 700 solcher Zelllinien, darunter auch welche, die aus verschiedenen Brustkrebstypen isoliert wurden – sowohl primäre als auch metastasierte.

Unter der Leitung der beiden Biochemikerinnen Dr. Sonja Eberth und Dr. Claudia Pommerenke konnten nun 29 untersuchte Brustkrebs-Zelllinien präzise den klinisch-relevanten Brustkrebssubtypen zugeordnet werden. Dadurch wird es einfacher, spezifische Modell-Zelllinien für Forschungszwecke so auszuwählen, dass aussagekräftige und interpretierbare Ergebnisse dabei rauskommen.

Die DSMZ ist die erste Zellbank weltweit, die eine solche Charakterisierung mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung selbst durchführt und die Daten öffentlich zugänglich macht. Dadurch will man die globale Forschungsgemeinschaft stärken und den Austausch von Wissen fördern. Forscher weltweit können nun leichter geeignete Modell-Zelllinien für ihre spezifischen Fragestellungen identifizieren. Dies beschleunigt den Forschungsprozess erheblich und eröffnet damit idealerweise neue Wege für die Entwicklung moderner Therapieansätze.

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