Lauterbach zuversichtlich: Notfallreform wird gelingen

by | Jan 17, 2024

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Eine bessere Erreichbarkeit von Ärzten außerhalb der üblichen Sprechzeiten, konkrete Vorgaben für telemedizinische Angebote und Hausbesuche sowie eine engere Kooperation von ärztlichem Bereitschaftsdienst und Krankenhäusern: Das sind die zentralen Eckpunkte einer Notfallreform, die Bundesgesundheitsminister Lauterbach in Berlin vorgestellt hat.

 

„Im Notfall sollen Patientinnen und Patienten dort behandelt werden, wo sie am schnellsten und besten versorgt werden“, fasst Bundesgesundheitsminister Lauterbach das zentrale Ziel seiner gestern in Berlin vorgestellten Notfallreform zusammen. Er betonte, dass in vielen Fällen die notdienstliche Akutversorgung sehr viel sinnvoller sei, als der Weg ins nächste Krankenhaus. Häufig würde sogar der Besuch am nächsten Tag in der Hausarztpraxis ausreichen.

Mit der Notfallreform sollen die Notfallzentren der Kliniken entlastet werden, die in der Regel überfüllt sind. Dafür sei vor allem eine bessere Steuerung der Patienten notwendig, heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG). Deshalb ist auch die Vernetzung der Notrufnummern des Rettungsdienstes (112) und des ärztlichen Bereitschaftsdiensts der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen, 116117) ein zentrales Element der Reform. Weiterhin sollen bundesweit integrierte Notfallzentren an den Krankenhäusern aufgebaut und die ambulanten Notfallstrukturen gestärkt werden. Ziel müsse es sein, den Patienten unnötige Wege zu ersparen sowie lange Wartezeiten in Notaufnahmen und Arztpraxen zu verhindern, erklärt Lauterbach.

Auch Telemedizin spielt in den Reformplänen des BMG eine Rolle. So soll die notdienstliche Akutversorgung bundesweit vereinheitlicht werden. Dazu wird der Sicherstellungsauftrag der KVen konkretisiert. Sie müssen rund um die Uhr eine telemedizinische Versorgung sowie Hausbesuche insbesondere für immobile Patientinnen und Patienten bereitstellen. Ferner erhalten die KVen gesetzlich die Möglichkeit, für den aufsuchenden Dienst auch qualifiziertes nichtärztliches Personal einzubinden oder mit dem Rettungsdienst zu kooperieren (Gemeindenotfallsanitäter). Die ärztliche Kompetenz wird in diesen Fällen durch eine telemedizinische Anbindung dieser Dienste sichergestellt.

Darüber hinaus soll der Vernetzung der verschiedenen Notfallstrukturen ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. Um Patientinnen und Patienten im Notfall sofort in die richtigen Versorgungsstrukturen zu lenken, sollen flächendeckend Integrierte Notfallzentren (INZ) und, wo es die Kapazitäten erlauben, Integrierte Kinder- und Jugendnotfallzentren (KINZ) eingerichtet werden. INZ und KINZ bestehen aus der Notaufnahme eines Krankenhauses, einer zentralen Ersteinschätzungsstelle („gemeinsamer Tresen“) und einer KV-Notdienstpraxis in unmittelbarer Nähe. Die Kooperationspartner der INZ sollen sich zudem digital vernetzen, um Behandlungsdaten schnell austauschen zu können.

Die Bundesregierung werde in Kürze einen Referentenentwurf zur Notfallreform vorlegen. Das Gesetz soll im Januar 2025 in Kraft treten. Zudem sei die Reform der Notfallversorgung eng mit der Reform des Rettungsdienstes verknüpft. Hierzu werde das BMG in Kürze ebenfalls Eckpunkte vorlegen, heißt es in der dazugehörigen Meldung.

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