Langfristige virale Persistenz nach Covid

by | Apr 9, 2024

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Eine im Magazin Lancet veröffentlichte Studie untermauert: Das Corona-Virus kann noch Monate oder Jahre nach der Infektion im Körper bestehen.

 

Ein Forscherteam der UC San Francisco sowie der Harvard Medical School hat eine neue Covid-Studie im Lancet Infectious Diseases veröffentlicht. Die Arbeit liefere den bisher stärksten Beweis dafür, dass die Covid-auslösenden Viren noch Monate oder Jahre nach der Infektion im Körper fortbestehen können. Die vom Virus gebildeten Proteine waren bei einem Viertel der getesteten Patienten noch bis zu 14 Monate lang nachweisbar. Das zeige, dass die Persistenz des SARS-CoV-2-Virus ein dringendes Forschungsgebiet ist, das einer Vielzahl von chronischen Erkrankungen nach COVID zugrunde liegt, sagen die Forscher.

„Die Tatsache, dass jede neue SARS-CoV-2-Infektion das Potenzial hat, chronisch zu werden, ist vielleicht der beunruhigendste Aspekt dieses Virus”, sagt Dr. Amy Proal, Präsidentin von PolyBio, ein Forschungsstiftung, die die Arbeit unterstützt hat. „Wir haben überzeugende Daten, dass die virale Persistenz viel häufiger vorkommt als angenommen, was erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte.”

Solide Beweise für eine persistente Infektion

Die Forscher analysierten Blutproben von 171 Personen, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Mithilfe eines neuartigen, hochempfindlichen Bluttests fanden sie heraus, dass Proteine des Virus noch bis zu einem Jahr nach der Infektion bei bis zu 25 Prozent der Personen vorhanden waren. Die Wahrscheinlichkeit, die Proteine nachzuweisen, die auf ein persistierendes Virus hinweisen, war bei denjenigen, die wegen Covid ins Krankenhaus eingeliefert wurden, etwa doppelt so hoch wie bei denjenigen, bei denen dies nicht der Fall war. Sie war auch bei denjenigen höher, die nicht im Krankenhaus waren, aber angaben, kränker zu sein.

Die Forscher stellen außerdem fest, dass die in der Studie identifizierten viralen Proteine nicht auf den Covid-Impfstoff zurückzuführen sein können, da fast alle Studienteilnehmer vor der Blutentnahme nicht geimpft worden waren. Außerdem seien in Blutkonserven, die vor der Pandemie von mehr als 200 Personen entnommen wurden, nur selten Proteine gefunden worden, was die Genauigkeit des in der Studie verwendeten Bluttests bestätige, heißt es.

„Die Entdeckung von Covid-19-Proteinen, die mehr als ein Jahr nach der Erstinfektion im Blutkreislauf schwimmen, war für die meisten von uns eine Überraschung und ist das Ergebnis neuer molekularer Werkzeuge. Dieser Befund bildet nun die Grundlage für den nächsten Schritt auf unserer Forschungsagenda“, sagt Jeffrey N. Martin, Leiter der Abteilung für klinische Epidemiologie an der University of California, San Francisco, der die Studie mit geleitet hat.

 

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