KV Berlin veranstaltet digitales Schaulaufen

by | Nov 11, 2023

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E-Health-Showpraxis nennt die Kassenärztliche Vereinigung Berlin ihren Piloten, mit dem sie Anwendern die Scheu vor der Digitalisierung nehmen will.  

Skepsis, Frustration und Ablehnung – diese Reaktionen löse die fortschreitende Digitalisierung bei vielen niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten aus, heißt es von der Kassenärztlichen Vereinigung, KV, Berlin. Schuld seien unausgereifte Konzepte bei digitalen Anwendungen oder Verzögerungen bei der Einführung von Sanktionen des Gesetzgebers – alles auf dem Rücken der Niedergelassenen.  

Die so entstandenen Barrieren will die KV Berlin nun aber abbauen und hat in ihren Räumlichkeiten einen E-Health-Showroom eingerichtet, wie sie in einer Pressemitteilung jetzt bekanntgab. Nicht nur der klangvolle Name „DEMO – digital.erleben.miteinander.offen“ habe einen Nerv getroffen. Die Termine für die ersten Führungen seien innerhalb einer Stunde vergeben gewesen, wird berichtet.  

Es ginge darum, sich mit digitalen Anwendungen vertraut zu machen. Dafür stehe ein Portfolio aus Praxisverwaltungssystemen, ePA, eAU, eRezept, DiGA sowie eine Selbstmessstation für Vitalparameter zur Verfügung. Das Zitat der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der KV Berlin Christiane Wessel klingt da fast ironisch. Sie sagt: „Unsere E-Health-Showpraxis steckt voller Überraschungen.“ Dabei ist keine der zuvor genannten Anwendungen wirklich neu und zumindest DiGA haben die Niedergelassenen in Berlin ihren Patienten hoffentlich schon einmal verschrieben.  

Wir wären an dieser Stelle gerne noch tiefer in den Dialog mit der KV Berlin gegangen, haben beispielsweise nach der Investitionshöhe für diesen E-Health-Showroom und den erwarteten Nutzerzahlen gefragt, um das Kosten-Nutzen-Verhältnis abschätzen zu können. Uns hätte auch interessiert, warum im Arbeitskontext der Niedergelassenen Digitalisierung als „schwierig“ und „teuer“ wahrgenommen wird, während sicherlich die meisten Ärzte und ihre Mitarbeiter im privaten Umfeld die Vorzüge in der Breite nutzen. Vor allem aber wollten wir wissen, warum es digitale Lösungen wie Selbstmessstationen für Vitalparameter in Deutschland so schwer haben, während sie – was die KV Berlin in ihrer Pressemitteilung sogar selbst betont – in anderen Ländern längst im Praxisalltag integriert sind. Leider war die KV Berlin zu keiner Stellungnahme bereit.  

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