Nachdem ihr Vorgänger wegen Korruption verhaftet wurde, kündigt die neue kroatische Gesundheitsministerin eine „umfassende“ Prüfung der Auftragsvergabe im Gesundheitssystem an.
Es ist keine leichte Aufgabe, die Irena Hrstic nun zu übernehmen hat. Die neue kroatische Gesundheitsministerin muss das Vertrauen in ein Gesundheitssystem wieder herstellen, dass ihr wegen Korruptionsvorwürfen inhaftierter Vorgänge zerstört hat. Vili Beros und anderen Beamten wird vorgeworfen, Bestechungsgelder angenommen, öffentliche Vergabeverfahren manipuliert und ihre Stellung missbraucht zu haben.
Entsprechend kündigt Hrstic nun in einer Regierungserklärung an, die Auftragsvergabe im kroatischen Gesundheitssystem umfassend zu prüfen. Angeordnet habe sie Premier Andrej Plenkovic, der Hrstic erst am 21. November als neue Gesundheitsministerin vorgeschlagen hatte. Im Rahmen der Ermittlungen sollen zunächst vor allem die neueren Verträge geprüft werden. Auch ein Bericht des kroatischen Rechnungshofs aus 2022 soll noch einmal überprüft werden. Darin wurden bereits erste Bedenken hinsichtlich der Beschaffungspraktiken durch das Gesundheitsministerium geäußert
Die Prüfung wird auch eine Überprüfung des Berichts des Staatlichen Rechnungshofs aus dem Jahr 2022 umfassen, in dem erste Bedenken hinsichtlich der Beschaffungspraktiken geäußert wurden. Außerdem werden die Krankenhäuser aktualisierte Leitlinien an die Hand bekommen, mit denen Einkaufsprozesse besser überblickt werden können.
Reformen in Aussicht gestellt
„Wir sind uns der Probleme bewusst und bitten um die Chance, Lösungen umzusetzen, die wirklich etwas bewirken können“, sagt die ausgebildete Gastroenterologen Hrstic. Dazu gehört auch eine im Land lang erwartete Verordnung, die das Verhältnis zwischen öffentlicher und privater Gesundheitsvorsorge klaren soll. Unter Beros begonnen, sei die so gut wie fertig, weshalb Hrstic betonte, dass sie binnen eines Monats vorliegen werde. Ferner werde primäre Gesundheitsversorgung Priorität haben, sagt die neue Gesundheitsministerin. Aktuell sei das mangelnde Interesse der Medizin an der Grundversorgung besorgniserregend, weshalb Hrstic den Verwaltungsaufwand verringern will, um mehr Ärzte zu gewinnen. Für die großen Aufgaben, die auf sie warten, fühle sie sich in jedem Fall bereit und ausreichend unterstützt.


