Kritische Generika: Abhängigkeiten werden größer

von | Feb. 24, 2025

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Teva Pharmaceuticals hat den europäischen Generikamarkt analysiert. Kritische Arzneimittel hängen oft an einigen wenigen Produzenten – Engpässe sind vorprogrammiert.

 

Wettbewerb belebt das Geschäft. Bei Generika fehlt aber genau dieser Wettbewerb, zeigt nun eine aktuelle Analyse von Teva Pharmaceuticals – mit gravierenden Auswirkungen. So werden in der EU 46 Prozent der Generika, die auf der EU-Liste für kritische Arzneimittel stehen, von einem einzigen Anbieter geliefert. Bei 83 Prozent der kritischen Generika haben deren Produzenten mittlerweile einen Marktanteil von über 60 Prozent.

Als Gründe sieht der Report regulatorische und ökologische Anforderungen, aber auch mangelnde Preisflexibilität, die immer mehr Anbieter dazu zwingen, ihre Generika vom Markt zu nehmen.

Darüber hinaus warnt die Studie vor einer Konsolidierung bei kritischen Generika. Sie sei mittlerweile dreimal schneller als bei anderen, nicht-kritischen Medikamenten. Aus Sicht von Teva weist das auf ein tatsächliches materielles Risiko für die Versorgungssicherheit mit kritischen Arzneimitteln in Europa hin – ein Trend, der in den letzten Jahren von wirtschaftlichen Herausforderungen, geopolitische Spannungen sowie neuen politischen Anforderungen gefördert wurde. Vor allem bei onkologischen Arzneimitteln (39 Prozent) und Antiinfektiva (48 Prozent) sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass es zu Engpässen komme.

Europäische Solidarität

Für Teva ist klar: Es braucht vor allem einen europäischen Solidaritätsmechanismus, der die Umverteilung bestehender Marktvorräte regelt. Nur so könne man nationalen Engpässen besser begegnen.

Darüber hinaus müssen Beschaffungsmechanismen entwickelt werden, die auch die wirtschaftliche Lebensfähigkeit kritischer Generika ermöglichen. Aus Sicht von Teva bedeutet das, dass nicht mehr das Angebot mit den niedrigsten Kosten ausschlaggebend ist, sondern das für das europäische Gesundheitssystem und die Wirtschaft wertvollste Angebot berücksichtigt wird. Und man müsse die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller stärken – etwa durch flexible Finanzierungssysteme, die strategische Investitionen und Innovationen unterstützen.

„Um die Patientenversorgung zu schützen und die langfristige Tragfähigkeit der europäischen Gesundheitssysteme zu gewährleisten, ist es unerlässlich, den Druck auf die Generikahersteller zu verringern. Bei kritischen Generika ist es noch wichtiger, dass ein zuverlässiges, diversifiziertes Versorgungsnetz vorhanden ist“, erklärte Michal Nitka, Senior Vice President, Generics Head Europe & OTC Global Head bei Teva.

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