Krisengipfel in Berlin: Das sind die Erwartungen

by | Jan 8, 2024

Ob Karl Lauterbach bei den Forderungen der Ärzteschaft auch noch lacht, wird der morgige Gipfel zeigen.

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Ärztevertreter treffen sich morgen mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zum Gespräch. Ohne Einigung könnten weiterer Streiks der Ärzteschaft drohen.

Der Streik der Haus- und Fachärzte zwischen den Feiertagen hat Wirkung gezeigt. Am morgigen Dienstag trifft sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, KBV, der Bundesärztekammer, BÄK, des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, des Spitzenverbands der Fachärzte Deutschlands (SpiFA) sowie des Bundesverbands der Kinder- und Jungendärzte (BVKJ) zum Krisengipfel.

Im Gepäck haben die Ärztevertreter vor allem eine Forderung: Die Entbudgetierung der ärztlichen Leistungen. „Es braucht eine echte Stärkung derjenigen, die seit Jahren im Maschinenraum der Versorgung schuften und dennoch sowohl finanziell ausbluten als auch immer häufiger vor dem stetig steigenden Versorgungsdruck kapitulieren müssen“, schreiben die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Beier in einem Rundbrief vom 3. Januar an ihre Mitglieder.

Sie mahnen zudem einen spürbaren Bürokratieabbau an. In diesem Punkt seien vor allem die Krankenkassen gefordert, die durch ihren „immer weiter zunehmenden Kontrollwahn die Versorgung der Menschen zuneh­mend unmöglich machen“.

Eine Entbudgetierung sehen auch die Fachärzte als übergeordnetes Ziel. Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa, erwartet viel von der morgigen Sitzung: „Neben der bereits im Koalitionsvertrag stehenden und seit zwei Jahren zu Umsetzung anstehenden Entbudgetierung der hausärztlichen Versorgung muss es auch einen deutlichen Schritt hin zur Beendigung der Budgetierung der fachärztlichen Versorgung gehen.“ Ob es angesichts der angespannten Lage im Bundeshaushalt Spielraum für eine Entbudgetierung auch für Fachärzte gibt, ist indes fraglich.

Dennoch dürfte auch die KBV mit gestärkter Position in die morgige Gesprächsrunde gehen. Man wisse, dass die Menschen in Deutschland hinter ihnen stünden, heißt es in einem Statement vom Vorstandsvorsitzenden Andreas Gassen: „Das ist der Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Politik. Die Bürgerinnen und Bürger machen sich große Sorgen um den Erhalt der wohnortnahen und qualitativ hochwertigen ambulanten Versorgung. Sie rufen die Politik zum Handeln auf. Jetzt und sofort!“

 

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