Kripo ermittelt am Medizin Campus Bodensee

by | Mar 8, 2024

Quelle: Klinikum Friedrichshafen

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Die Kriminalpolizei Friedrichshafen ermittelt am Klinikum wegen Abrechnungsbetrug und ärztlicher Fehlleistungen.

 

Auslöser war der Suizid einer Oberärztin im vergangenen Dezember. Nun hat die Kriminalpolizei am Klinikum Friedrichshafen die Ermittlungen aufgenommen. Im Verdacht stehen fünf aktive Ärztinnen und Ärzte des Medizin Campus Bodensee. Der Anfangsverdacht: Abrechnungsbetrug aufgrund medizinisch nicht indizierter Eingriffe sowie ärztliche Fehlleistungen.

In einer Stellungnahme des Klinikums Friedrichshafen heißt es: „Wir arbeiten hier selbstverständlich mit polizeilichen Ermittlern zusammen und stellen alle gewünschten Daten und Unterlagen zur Verfügung. Es liegt selbstverständlich und nach wie vor im Interesse des Klinikums Friedrichshafen, die Ermittlungsbehörden bestmöglich zu unterstützen und den Sachverhalt aufzuklären.“

Die Oberärztin hatte damals konkret einem Chefarzt vorgeworfen, Komplikationen bei der Behandlung von Patienten verheimlicht und damit das Patientenwohl gefährdet zu haben. Außerdem seien auf der Intensivstation eingesetzte Assistenzärztinnen und -ärzte überfordert gewesen.

Gestern seien rund ein Dutzend Beamte vor Ort im Klinikum gewesen, um Beweismittel zu sichern. Die Ermittlungsgruppe „Cura“ sei schon vor ein paar Wochen gebildet worden. Die gesicherten Daten sollen nun ausgewertet und eingeordnet werden, sagt die Oberstaatsanwältin. Auch Zeugenbefragungen stehen wohl aus. Wie lange die Untersuchung dauern werde, könne man nicht vorhersagen. Es könnte aber sicherlich einige Monate dauern.

Parallel zu den behördlichen Untersuchungen hatte der Aufsichtsrat der Klinik beschlossen, die Vorwürfe auch selbst durch eine umfangreiche Compliance-Untersuchung mit externer Begleitung aufklären zu lassen. Auch diese Ermittlungen halten nach wie vor an.

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