Krankenstand leicht gesunken

von | Aug. 11, 2026

Anhoren

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Eine aktuelle Auswertung der AOK Rheinland/Hamburg zeigt, dass der Krankenstand in Deutschland leicht gesunken ist. Allerdings bleibt der Langzeitkrankenstand hoch. Psychische Erkrankungen nehmen zu. 

 

Zu hoher Krankenstand, AU ab dem ersten Tag – die politische Diskussion um die Krankentage der Deutschen ist zugespitzt. Eine aktuelle Auswertung der AOK Rheinland/Hamburg zeigt nun jedoch eine leichte Entspannung: Im ersten Halbjahr 2026 lag der Krankenstand der berufstätigen Versicherten bei 7,04 Prozent. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug er noch 7,22 Prozent. Den bisherigen Höchstwert hatte die AOK Rheinland/Hamburg im ersten Halbjahr 2024 mit 7,30 Prozent verzeichnet.Ein Krankenstand von 7,04 Prozent bedeutet, dass an jedem Kalendertag durchschnittlich rund sieben von 100 Beschäftigten arbeitsunfähig sind.

Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt allerdings, dass der Rückgang ausschließlich auf kürzere Erkrankungen zurückzuführen ist. Während die Krankenstände mit einer Dauer von bis zu 42 Tagen sanken, nahm der Langzeitkrankenstand mit Arbeitsunfähigkeiten von mehr als 42 Tagen leicht zu – von 1,73 Prozent im ersten Halbjahr 2025 auf 1,76 Prozent im ersten Halbjahr 2026.

Auch zwischen den einzelnen Erkrankungsarten zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeiten aufgrund von Atemwegserkrankungen und Infektionen ist im ersten Halbjahr 2026 zum Teil deutlich zurückgegangen. Dagegen stiegen die Arbeitsunfähigkeitsfälle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychischen Erkrankungen. Im Falle der Herz-Kreislauf-Erkrankungen gab es einen Anstieg um 9,4 Prozent vom ersten Halbjahr 2025 zum ersten Halbjahr 2026, bei den psychischen Erkrankungen um 7,0 Prozent.

„Bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnte die frühe Hitzewelle zu den höheren Fehlzeiten beigetragen haben. Betrachtet man die Entwicklung der Monatskrankenstände, zeigt sich insbesondere im Juni ein deutlicher Anstieg“, steigt Merit Kirch, Geschäftsführerin des BGF-Instituts – die Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK – tiefer in die Zahlen ein.

Kürzere Grippewelle Grund für Rückgang

Für die im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr geringeren Fallzahlen bei den Atemwegserkrankungen und Infektionen liefert das Robert Koch-Institut eine mögliche Erklärung: Demnach verlief die Grippewelle im Winter 2025/2026 kürzer als im Vorjahr und endete bereits im März 2026. Im April und Mai spielte das Influenzavirus kaum noch eine Rolle.

Den höchsten Krankenstand des ersten Halbjahres verzeichnete die AOK Rheinland/Hamburg im Februar 2026. Anschließend gingen die Monatswerte bis Mai kontinuierlich zurück, bevor sie im Juni wieder leicht anstiegen. Mit Ausnahme des Monats Juni lag der Krankenstand im ersten Halbjahr 2026 in jedem Monat unter dem entsprechenden Vorjahreswert.

„Dass sich der Krankenstand der Beschäftigten insgesamt leicht entspannt hat, ist eine gute Nachricht”, sagt Kirch. „Gleichzeitig dürfen wir die Entwicklung bei den psychischen Erkrankungen nicht aus dem Blick verlieren. Die Zahl der Fehltage steigt hier weiter. Unternehmen sollten deshalb die mentale Gesundheit ihrer Beschäftigten stärker in den Fokus rücken.”

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