Krankenstand in Deutschland auf Rekordniveau

by | Jan 24, 2024

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Atemwegerkrankungen aber auch ein Anstieg bei psychischen Erkrankungen lässt immer mehr Arbeitnehmer ausfallen, wie eine Studie der DAK Gesundheit zeigt.

 

Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem der Krankenstand in Deutschland auf ein Rekordniveau steigt: 13 Prozent mehr Ausfälle als im Vorjahr vermeldet die DAK in ihrem aktuellen Gesundheitsreport. Weit über die Hälfte der Arbeitnehmer hatte von Januar bis Dezember 2023 mindestens eine Krankschreibung. Im Gesamtjahr waren es im Durchschnitt 20 Fehltage pro Kopf. Ausschlaggebend für das hohe Aufkommen waren vor allem Atemwegserkrankungen wie Erkältungen, Bronchitis und Grippe. Zudem gab es einen merklichen Anstieg bei den psychischen Erkrankungen mit einem Plus von 7,4 Prozent. Der Krankenstand lag insgesamt bei 5,5 Prozent.

Besonders gravierend für den Gesundheitssektor: Die Altenpflege zählt zu den Berufsgruppen mit dem höchsten Krankenstand (7,4 Prozent). Nur Beschäftigte in Kitas fehlen ähnlich häufig (7 Prozent).

„Der Krankenstand hat 2023 einen neuen Höchststand erreicht. Auch wenn das Ergebnis nach den Erkältungswellen im Frühjahr und Herbst nicht überraschend kommt, ist es für die Wirtschaft alarmierend“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Die hohen Fehlzeiten beeinträchtigen die Arbeitsabläufe vieler Betriebe und Behörden – besonders dann, wenn die Personaldecke durch den Fachkräftemangel immer dünner wird.“ Strom betont außerdem, dass nicht die Kurzzeit-Ausfälle das Problem seien, die Ergebnisse vielmehr zeigen würden, dass die Anstrengungen, die im betrieblichen Gesundheitsmanagement bereits unternommen werden, noch nicht ausreichen.

Denn obwohl die meisten Fehltage 2023 auf Erkältungskrankheiten zurückzuführen sind, sind auch Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems sowie psychische Diagnosen auf dem Vormarsch, zeigt die Analyse. Bei Letzteren gingen die Fehlzeiten um 7,4 Prozent hoch, von 301 auf 323 Fehltage je 100 Beschäftigte. Nach Einschätzung von Professor Volker Nürnberg, Experte für betriebliches Gesundheitsmanagement, können unter anderem veränderte Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt Gründe für diesen Anstieg sein. Muskel- und Skelett-Erkrankungen haben ebenfalls etwas zugelegt (plus 5 Prozent) und insgesamt 373 Tage je 100 Versicherte verursacht.

Was im diesjährigen Report außerdem auffällt: Die hohe Anzahl von Kurzzeit-Fällen in der Statistik, was die DAK auf das elektronische Meldeverfahren für Krankschreibungen zurückführt, dass es seit 2022 gibt und sich mittlerweile etabliert hat. „Die eAU sorgt dafür, dass Krankmeldung automatisch von der Arztpraxis an uns übermittelt werden und sich die Dunkelziffer insbesondere bei den Kurzzeit-Fällen drastisch verkleinert“, sagt Andreas Storm.

Für die Fehlzeitenanalyse zum gesamten Jahr 2023 hat die DAK Gesundheit die Daten von 2,39 Millionen DAK-versicherten Beschäftigten durch das Berliner IGES Institut auswerten lassen.

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