Mit den Zahlen des dritten Quartals musste United Health nun auch vermelden, dass die Kosten des Ransomware-Angriffs auf die Tochter Change Healthcare noch einmal gestiegen sind.
Auf 2,5 Milliarden US-Dollar belaufen sich die Kosten des Ransomware-Angriffs auf Change Healthcare. Das geht nun aus dem Ergebnisbericht der United Health Group für das dritte Quartal 2024 hervor. Das ist eine deutliche Korrektur nach oben, denn im ersten Quartal des Jahres hieß es noch, dass sich die Gesamtverluste aufgrund der Cyberattacke 2024 wohl auf 1,6 Milliarden US-Dollar belaufen werden. Im aktuellen Bericht heißt es jetzt allerdings, dass sich die direkt Reaktionskosten in den ersten neun Monaten bereits auf 1,521 Milliarden US-Dollar belaufen würden und die Gesamtkosten damit auf 2,457 Milliarden gestiegen seien. Insgesamt korrigiert United Health die voraussichtlichen Gesamtkosten des Ransomware-Angriffs für 2024 auf 2,87 Milliarden US-Dollar.
Auswirkungen auf Geschäftsergebnis
Eine derart hohe Belastung macht sich natürlich auch in den Einnahmen und Gewinnen der United Health Gruppe bemerkbar. Dennoch sind sowohl die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Milliarden US-Dollar gestiegen als auch die Zahl der Kunden, hier um 2,4 Millionen. Entsprechend schließt United Health das dritte Quartal auch mit einem bereinigten Gewinn von 7,15 US-Dollar pro Aktie ab. Die Auswirkungen der Geschäftsunterbrechung von 0,12 US-Dollar pro Aktien sind darin enthalten, die direkten Reaktionskosten von 0,28 US-Dollar wurden ausgeklammert.
Ähnlich sieht es beim Gewinn aus, der aus dem operativen Geschäft im dritten Quartal 8,7 Milliarden US-Dollar betrug – einschließlich 0,3 Milliarden US-Dollar an ungünstigen Auswirkungen der Cyberattacke. Das bereinigte Betriebsergebnis von neun Milliarden US-Dollar beinhaltet die Auswirkungen der Geschäftsunterbrechung von Change Healthcare und schließt die direkten Kosten für die Reaktion auf die Cyberattacke aus.
Langsam Rückkehr zur Normalität
„Nach dem Cyberangriff haben wir der Unterstützung der Leistungserbringer Vorrang vor Aktivitäten wie dem Rückkauf von Aktien eingeräumt“, erklärte United Health CEO Andrew Witty. „Die Zahlungen und Schadensfälle der meisten Leistungserbringer haben sich normalisiert und die Rückzahlung dieser Kapitalvorschüsse ist im Gange.“ Die UnitedHealth Group hat 8,9 Milliarden Dollar an Krediten an Anbieter ausgezahlt, die von dem Change Healthcare Ransomware-Angriff betroffen waren, und hat davon 3,2 Milliarden Dollar bereits zurückerhalten.
Außerdem vermeldet der Konzern, dass er erhebliche Fortschritte bei der Erholung von der Ransomware-Attacke gemacht hat und die meisten Systeme nun wieder online sind; allerdings ist das Transaktionsvolumen immer noch nicht auf dem Niveau von vor dem Vorfall. Zur Erinnerung: Der Angriff fand im Februar dieses Jahres statt.
„Wir arbeiten weiterhin mit unseren Kunden zusammen, um die Transaktionsvolumina wieder auf das Niveau von vor dem Vorfall zu bringen und neue Kunden mit unseren nun moderneren, sichereren und leistungsfähigeren Angeboten zu gewinnen. Wir gehen davon aus, dass wir das Geschäft im Laufe des Jahres 2025 wieder auf das Niveau von vor der Attacke bringen werden und schätzen, dass die Auswirkungen im nächsten Jahr etwa die Hälfte des Niveaus von 2024 betragen werden“, sagte Witty.


