Korrelation zwischen Mikroplastik und Behinderung?

von | Feb. 26, 2025

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Eine US-Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen Mikroplastik und Menschen mit Behinderungen auf und macht einmal mehr deutlich: Umwelt und Gesundheit hängen zusammen.

 

Es ist eine vorläufige Studie, deren gesamte Ergebnisse erst zur 77. Jahrestagung der Amercian Academy of Neurology Anfang April in San Diego veröffentlicht werden. Dennoch gibt sie bereits jetzt Grund zur Sorge. Denn winzige Plastikteile im Meer, sogenanntes Mikroplastik, können mit einem höheren Risiko für Behinderungen bei Menschen in Verbindung gebracht werden, die in Küstenregionen leben.

Die Studie beweist zwar nicht, dass Mikroplastik Behinderungen verursacht, sie zeigt allerdings einen Zusammenhang auf.

„Die Umwelt kann eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit spielen und Faktoren wie die Umweltverschmutzung können sich auf das Risiko einer Person auswirken, einen kognitiven Verfall und andere neurologische Behinderungen zu entwickeln“, sagte Sarju Ganatra, MD, vom Lahey Hospital and Medical Center in Burlington, Massachusetts. „Unsere Studie ergab, dass in Küstengemeinden mit höheren Mikroplastikwerten im Wasser höhere Raten von Behinderungen auftraten, die das Leben eines Menschen in vielerlei Hinsicht beeinträchtigen können: Denken und Gedächtnis, Bewegung und die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen und unabhängig zu leben.“

Mikroplastik im Meer sind mikroskopisch kleine Kunststoffteile von weniger als fünf Millimetern Länge, die in den Ozeanen und Meeren vorkommen. Sie stammen aus zerkleinertem Plastikmüll oder aus Produkten wie Gesichtsreinigern, Fischernetzen und Lebensmittelverpackungen oder Take-out-Behältern.

Höhere Prävalenz in belasteten Regionen

Die Studie untersuchte 218 Küstenbezirke in 22 Bundesstaaten der USA. Konkret wurde der Mikroplastikgehalt im Meer in allen Bezirken analysiert, die anschließend anhand des Mikroplastikgehalts in der nahen Meeresoberfläche in vier Gruppen eingeteilt wurde. Die Bezirke der niedrigen Gruppe wiesen null bis 0,005 Mikroplastikteile pro Kubikmeter (Teile/m³) Meerwasser auf, die mittlere Gruppe 0,005 bis ein Teil/m³, die hohe Gruppe zwischen einem und 10 Teilen/m³ und die sehr hohe Gruppe 10 oder mehr Teile/m³. Im Durchschnitt wiesen die Bezirke mit sehr hohen Werten mehr als 1.000 Mikroplastikteile/m³ Meerwasser auf, während die Bezirke mit niedrigen Werten weniger als 10 Stück aufwiesen.

Anschließend wurde der Grad der Behinderung der Bewohner in den folgenden Kategorien untersucht: Gedächtnis und Denken, Mobilität, Selbstversorgung und unabhängige Lebensführung. Zu den Behinderungen bei der Selbstversorgung gehören Schwierigkeiten bei der Durchführung von Tätigkeiten wie Anziehen, Baden oder Fortbewegung im Haus. Zu den Behinderungen bei der unabhängigen Lebensführung gehören Schwierigkeiten bei der Ausführung von Aufgaben wie der Verwaltung von Finanzen, dem Einkaufen oder der Benutzung von Verkehrsmitteln.

Die Forscher fanden heraus, dass in den Bezirken mit der höchsten Belastung durch Mikroplastik im Meer die durchschnittliche Prävalenz von Denk- und Gedächtnisstörungen bei 15,2 % lag, verglichen mit 13,9 % in den Bezirken mit der niedrigsten Belastung. Die durchschnittliche Prävalenz von Mobilitätsbehinderungen lag bei 14,1 % in den Bezirken mit den höchsten Werten gegenüber 12,3 % in den Bezirken mit den niedrigsten Werten. Die durchschnittliche Prävalenz von Behinderungen bei der Selbstversorgung lag bei 4,2 % in den Bezirken mit den höchsten Werten gegenüber 3,6 % in den Bezirken mit den niedrigsten Werten. Die durchschnittliche Prävalenz von Behinderungen bei der Selbstversorgung lag bei 8,5 % in den Bezirken mit den höchsten Werten gegenüber 7,7 % in den Bezirken mit den niedrigsten Werten.

Zusammenhang muss weiter untersucht werden

Nach Berücksichtigung von Faktoren, die sich auf die Behinderungsrate auswirken könnten, wie Herzkrankheiten, Schlaganfall, Depression, Luftverschmutzung sowie Wohlstand und Ressourcenverteilung, stellten die Forscher fest, dass die Bezirke mit den höchsten Mikroplastikwerten im Meer eine um neun Prozent höhere Behinderungsrate bei Gedächtnis und Denken, eine um sechs Prozent höhere Behinderungsrate bei der Mobilität, eine um 16 Prozent höhere Behinderungsrate bei der Selbstversorgung sowie eine um acht Prozent höhere Behinderungsrate bei der unabhängigen Lebensführung aufwiesen als die Bezirke mit den niedrigsten Werten.

„Diese Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie sich Mikroplastik aus dem Meer auf die Gesundheit des Gehirns auswirken könnte“, glaubt Ganatra. „Es sind weitere Studien erforderlich, um diesen Zusammenhang weiter zu erforschen und die allgemeinen Auswirkungen der Mikroplastikverschmutzung auf die öffentliche Gesundheit zu untersuchen.

Ganatra merkte außerdem an, dass die Menge an Plastik in verschiedenen Gebieten aufgrund von Meeresströmungen variieren kann. Andere Faktoren wie die Bevölkerungsdichte, die örtliche Abfallwirtschaft und industrielle Aktivitäten können ebenfalls eine Rolle spielen. „Die Gründe für kognitive Einschränkungen sind komplex und umfassen wahrscheinlich mehrere umwelt- und menschenbezogene Faktoren, die zusammenwirken.“

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