Klügere Versorgungspfade, weniger Emission

von | Apr. 21, 2026

Anhoren

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Eine Studie des BKK Dachverbands zeigt: Klügere Versorgungspfade würden auch für mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen sorgen.

 

 

Sechs Prozent des CO2-Fußabdrucks hierzulande gehen auf die Kappe des deutschen Gesundheitssystems. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag des BKK Dachverbands. Logisch: Energieeinsatz und Gebäude sind dafür verantwortlich – möchte man meinen. Allerdings kommt die Studie auf ein anderes Ergebnis. Ihre Kernaussage: Allein durch technische Maßnahme, eine höhere Energieeffizienz oder neues Gebäudemanagement lassen sich die Klima- und Ressourcenwirkungen des Gesundheitswesens nicht regeln. Der entscheidende Hebel – und das ist die eigentliche Überraschung – liegt in einer besseren Versorgung. Wenn es gelingt, die vermeidbare Krankenlast zu reduzieren, Versorgungspfade klüger zu gestallten und knappe Ressourcen damit wirkungsvoller einzusetzen, wird der berühmte Schuh daraus.

 „Die Studienergebnisse zeigen eindeutig, dass wir dringend einen strategischen Rahmen für ein nachhaltiges Gesundheitswesen benötigen“, betont Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbands. „Nachhaltigkeit darf nicht länger als Nice-to-Have abgetan werden, sondern muss als die entscheidende Stellschraube für eine gute und bezahlbare Versorgung sowie für die zukünftige finanzielle Stabilität der GKV in die Köpfe der Menschen gelangen.“

Sektorenübergänge sind klimarelevant

Die Studie schlägt damit in eine Kerbe, die auch schon von der Finanzkommission Gesundheit deutlich kritisiert wird: In Deutschland wird zu viel unnötig behandelt und am tatsächlichen medizinischen Bedarf vorbei operiert. Es sind aber auch vermeintlich kleine Stellschrauben, die große Wirkung haben können. Beispiel: Sektorenübergänge, ein laut Studie besonders wirksames Feld. Übergänge sind klimarelevant, weil hier Informationsverluste, Unsicherheiten und Brüche auftreten, die zu Mehrfachdiagnostik, unnötigen Fahrten oder erneuten stationären Aufnahmen führen. Hier könnten vor allem Krankenkassen für mehr Effizienz sorgen, etwa im dem sie integrierte Versorgungsverträge, digitale Informationsflüsse und die Förderung qualitätsgesicherter Nachsorgeprogramme etablieren, die genau diese Übergänge stabilisieren. Jeder vermiedene Wiedereintritt in den stationären Bereich spart nicht nur Kosten, sondern auch erhebliche Emissionen aus Energie, Material und Transport.

Damit würden weniger knappe Ressourcen verschwendet. Oder wie Klemm weiter ausführt: „Nachhaltigkeit bedeutet mehr als Dachbegrünung oder Ökostrom in Krankenhäusern. Es geht um die Senkung der vermeidbaren Krankheitslast, um die Reduzierung von Über-, Unter- und Fehlversorgung und darum, die personellen, finanziellen und materiellen Ressourcen wirksam, qualitätsgeleitet und schonend einzusetzen.”

Das unterstreicht auch Studienautor Prof. Oliver Gröne, Chief Scientific Officer und Leiter Forschung der OptiMedis AG, der die Studie im Auftrag des BKK Dachverbands umgesetzt hat: „Die größten Hebel liegen nicht in der Art und Weise, wie die Versorgung organisiert wird. Eine nachhaltige Gesundheitsversorgung bedeutet, die Prävention zu stärken, den Nutzen für die Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt zu stellen und Ressourcen dort einzusetzen, wo sie die Gesundheit der Menschen erhält und Krankheiten wirklich wirksam behandelt.“

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