Klinikatlas: DKG legt mit Umfrage nach

by | Jun 7, 2024

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Die Kritik am Bundes-Klinikatlas war bereits in den ersten Tagen deutlich. Eine neue repräsentativen Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft zeigt nun, wie große die Fehleranfälligkeit wirklich ist.

Trotz massiver Kritik am Bundes-Klinikatlas hält das Bundesgesundheitsministerium an der aktuellen Version fest, die man kontinuierlich verbessern will. Heute nun legt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) nach: Vier von fünf Kliniken werden demnach im Bundes-Klinikatlas mit falschen Daten aufgeführt. Als häufigsten Fehler nannten die Krankenhäuser falsche oder fehlende Daten zu Fallzahlen, Bettenzahlen und Notfallstufen. Außerdem ordne der Klinikatlas Fachabteilungen falsch zu, gebe falsche Zahlen zur Personalausstattung an und führe wichtige Zertifikate nicht auf, so die Krankenhäuser. Sogar Adressen und Krankenhausnamen seien vielfach falsch – von gängigen Suchbegriffen zu konkreten Behandlungen, die vielfach nicht zum Erfolg führen, ganz zu schweigen.

Die repräsentative Umfrage sei nötig gewesen, um die große Kritikwelle nach dem Go-live des Klinikatlas zu validieren, die die DKG erreicht habe, betont der dortige Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß: „Lauterbachs Klinikatlas ist von vorne bis hinten mit massiven Fehlern belastet, die die Patientinnen und Patienten völlig in die Irre leiten.“

Es verwundere, dass der Gesundheitsminister zu diesen groben Fehlern und Falschdarstellungen so eisern schweige, nachdem er monatelang angeblich nicht vorhandene Transparenz als Grund für einen weiteren nun steuerfinanzierten Klinikatlas angeführt hatte.

Dass eine solche Suchmaschine nicht komplett fehlerfrei seiund laufend weiter verbessert werden müsse, räumt auch Gaß ein: „Wenn aber vier von fünf Kliniken eklatante Fehler und Falschdarstellungen feststellen, sollte das dem Minister endlich zu denken geben.“ Die Argumentation von Seiten des BGM, die Fehler lägen vor allem auch an einer mangelhaften Zulieferung von Daten lässt Gaß nicht zu. „Das ist ein grobes Foulspiel, denn an den gelieferten Daten kann es nicht liegen. Ansonsten müssten auch alle anderen Transparenzportale, die die gleichen Datenquellen nutzen, entsprechend fehlerhaft sein.“

Sein Rat an die Patienten: die deutlich bessere Wahl für eine sichere Kliniksuche, das deutsche Krankenhausverzeichnis und andere Angebote nutzen.

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