Klimawandel: Weltwirtschaftsforum warnt vor Millionen Toten

by | Jan 16, 2024

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Steigende Temperaturen, Wetterextreme – die Folgen des Klimawandels sind mittlerweile deutlich zu spüren. Auch das Gesundheitswesen könnte empfindlich betroffen sein, warnt jetzt ein Bericht des Weltwirtschaftsforums und der Unternehmensberatung Oliver Wyman.

Millionen Todesfälle, schwere Krankheiten und hohe Kosten für die Gesundheitssysteme – das sind die düsteren Prognosen, die das Weltwirtschaftsforum und das Beratungshauses Oliver Wyman in ihrem Bericht „Folgen des Klimawandels für die globale Gesundheit“ aufstellen. Vor allem Überschwemmungen seien eine große Gefahr, heißt es, wobei auch Dürren, Hitzewellen, Stürme, Waldbrände und steigende Meeresspiegel in die Schlussfolgerungen des Berichts eingeflossen sind. Maßstab war das mittlere Szenario des Weltklimarats IPCC für den Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100, wonach die Durchschnittstemperatur um 2,7 Grad Celsius ansteigen wird.

Treffen diese Prognosen zu, könnte der Klimawandel bis 2050 dann für weltweit bis zu 14,5 Millionen Todesfälle verantwortlich sein, heißt es aus Davos. Für die Gesundheitssysteme würde das Mehrkosten in Höhe von 1,1 Billionen US-Dollar bedeuten.

Diese Kosten werden in der Analyse dann noch weiter aufgeschlüsselt. So könnten bis 2050 etwa 8,5 Millionen Tote auf das Konto von Überschwemmungen gehen – und das auch indirekt durch Ernteausfälle, Infektionskrankheiten oder eine höhere Luftfeuchtigkeit, die zu Atemwegserkrankungen führen kann. Küstenregionen insbesondere im asiatisch-pazifische Raum seien hierfür anfällig. Das andere Extrem, nämlich Dürren, könnten zudem für weitere 3,2 Millionen Tote sorgen, etwa weil sinkende Wasserqualität und weniger fruchtbare Böden langfristige Auswirkungen auf die Kindersterblichkeit haben könnten. Zunehmende Hitzewellen könnten indes das Leben von rund 1,6 Millionen älteren Menschen bedrohen.

Und dann warnen die Autoren auch für vermehrten Krankheiten, Fällen von Berufsunfähigkeit und einem Anstieg von Infektionskrankheiten. Je höher die Temperaturen, desto besser die Lebensbedingungen für Mücken und damit idealer Nährboden für Malaria, Dengue-Fieber oder Zika-Infektionen – sogar in Europa oder den USA. Insgesamt aber wären der Studie zufolge besonders Regionen in Afrika, dem Mittleren Osten und Asien von den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels betroffen. Anders als auf die Corona-Pandemie könnten sich Regierungen und die weltweite Gesundheitsbranche auf diese Entwicklung aber vorbereiten, betonen die Studienautoren.

Die Ergebnisse des Berichts sollen am Donnerstag auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos diskutiert werden. (Quelle: dpa)

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