KKH-Daten: Zahl der exzessiven Raucher steigt

von | Mai 27, 2025

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Immer mehr Menschen in Deutschland zählen zu den exzessiven Rauchern, zeigt eine Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse, womit auch das COPD-Risiko steigt.

 

Zigaretten sind mittlerweile unfassbar teuer, fast überall herrscht Rauchverbot und trotzdem: Eine Auswertung der KKH Kaufmännischen Krankenkasse zeigt, dass die Zahl der Tabaksüchtigen von 2013 bis 2023 um fast die Hälfte (47,5 Prozent) zugenommen hat. Laut KKH-Hochrechnung wurden 2023 bundesweit rund sechs Millionen Menschen wegen Tabakabhängigkeit, Entzugserscheinungen, eines akuten Tabakrauschs oder weiterer psychischer Probleme aufgrund von Tabak ärztlich behandelt. Fast ein Viertel dieser exzessiven Raucher (22,8 Prozent) war zu diesem Zeitpunkt auch an einer COPD erkrankt. Zehn Jahre zuvor lag die Quote noch bei 19,5 Prozent.

Besonders kritisch sei die Lage in Thüringen, unterstreichen die Daten: Dort stieg die Zahl der Tabaksüchtigen im Zehnjahresvergleich auf das Doppelte an (99,6 Prozent). Das geringste Plus verzeichnet die KKH hingegen mit rund 26 Prozent in Hamburg. Der größte Anteil an COPD-erkrankten Starkrauchern lebt wiederum im Saarland (26 Prozent im Auswertungsjahr 2023). Hier bildet Mecklenburg-Vorpommern wiederum mit einem Anteil von 16 Prozent das Schlusslicht.

Spitze des Eisbergs

„Unsere Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs, denn wir können nur diejenigen Fälle auswerten, in denen eine Tabakabhängigkeit ärztlich diagnostiziert wurde“, betont Michael Falkenstein, KKH-Experte für Suchtfragen. Der Anteil der COPD-erkrankten Tabakkonsumenten im Allgemeinen dürfte also weitaus höher sein. Neben aktiven Rauchern haben auch diejenigen Menschen ein erhöhtes COPD-Risiko, die über einen längeren Zeitraum passiv Zigarettenqualm einatmen oder am Arbeitsplatz hohen Luftbelastungen wie Chemikalien und Staub ausgesetzt sind. Auch Dampfen ist gefährlich: „Der Irrglaube, dass E-Zigaretten und Wasserpfeifen die weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten sind, ist noch immer weit verbreitet”, sagt Falkenstein. „Doch das ist ein Trugschluss. Auch auf diese Weise werden Stoffe inhaliert, die der Lunge schaden.“

Eine COPD entsteht durch Entzündungen der unteren Atemwege. Es kommt zu einer chronischen Verengung der Bronchien, die Patientn sprichwörtlich immer mehr die Luft nimmt. Dauerhafte Schäden an der Lunge sind die Folge. Betroffene haben zudem ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an Lungenkrebs zu erkranken. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto weniger belastbar werden die Patienten. Irgendwann treten selbst im Ruhezustand Atembeschwerden auf.

Wer an einer COPD erkrankt ist, müsse den Tabakkonsum gänzlich stoppen, nicht nur reduzieren, sagt Falkenstein, dafür stelle sich der positive Effekte stellen dann bereits nach kurzer Zeit ein. Die Lunge beginnt sich zu erholen, Husten, Luftnot und Verschleimung bessern sich, Infekte der Atemwege werden seltener. „Was viele nicht wissen: Aufhören lohnt sich in jedem Alter. Selbst wer erst als über 60-Jähriger auf Zigaretten verzichtet, senkt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bereits innerhalb weniger Jahre erheblich“, appelliert der Suchtexperte. Dies gelte auch für diejenigen Raucher, die nicht an einer COPD leiden. Denn für Tabak gilt: Es gibt keinen unbedenklichen Gebrauch. Schon bei einer Zigarette pro Tag steigt das Risiko für eine Herzerkrankung und einen Schlaganfall.

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