KI-Talente: Abwanderung aus den USA als Chance

von | Mai 2, 2025

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Zeki Data prognostiziert in einem aktuellen Report eine massive Abwanderung von KI-Fachkräften aus den USA – eine große Chance für Europa. Allerdings ist gerade die Konkurrenz für den Gesundheitssektor im Kampf um Talente groß.

 

Es ist ein Report, bei dem vor allem auch die Gesundheitsbranche genauer in das Zahlenwerk eintauchen sollte. Das britische Data Intelligence Unternehmen Zeki Data prognostiziert in seinem „State of AI Talent Report 2025“ eine massive Wanderung der KI-Spitzenkräfte und das könnte ebenso massive regionale wie sektorale Auswirkungen haben. Denn: Bisher baute die KI-Dominanz der USA darauf, dass sie die fähigsten Talente anziehen konnten. Diese Zeit sei nun aber auch aufgrund der politischen Gemengelage jenseits des Atlantiks vorbei. Die Konsequenz ist laut Zeki Data, dass andere Länder schon kurzfristig attraktiver für KI-Talente sein werden.

Dass Talente gerade für KI-Innovationen und damit den Unternehmenserfolg eine immense Bedeutung haben, mag auf den ersten Blick etwas überraschen. Bei Zeki Data spricht man mit Blick auf die Rekrutierung von Top-Talenten jedoch sogar von einem Nullsummenspiel, da die Länder alle um einen sehr begrenzten Pool von Personen konkurrieren, die nachweislich einen unverhältnismäßig positiven Einfluss auf die Innovation der Unternehmen und Nationen haben, denen sie beitreten. Zeki ist deshalb der Ansicht, dass es aktuell für kleinere Unternehmen viele Möglichkeiten gibt, junge, aufstrebende Talente anzuziehen, da große Unternehmen bei ihren Rekrutierungsbemühungen KI einsetzen, was zu einem homogenisierten Talentpool führen wird.

Und auch Europa habe jetzt die Möglichkeit, einen Großteil seiner aktuell noch in den USA befindlichen Talente „zurückzuholen“. So läge beispielsweise der Anteil deutscher Top-KI-Talente, die sich aktuell in den Vereinigten Staaten befinden, bei rund 3.000 Personen. Zehn bis 15 Prozent der in Großbritannien, Italien und Deutschland ausgebildeten KI-Experten würden sich aktuell noch in den USA befinden.

Gesundheitswesen im Hintertreffen?

Was die Zeki-Experten außerdem vorhersagen: Die großen Tech-Unternehmen werden mit der medizinischen Forschung um KI-Experten ringen – und vermutlich am längeren Hebel sitzen. Unternehmen wie Google, Microsoft oder Nvidia hätten ein ebenso großes Interesse an Experten aus den Neurowissenschaften, der DNA-Nanotechnologie oder Bioanalytik – wenn auch mit ganz anderen Motiven. Big Tech arbeite an vom menschlichen Gehirn inspirierten Computer-Architekturen oder der Datenverarbeitung auf molekularer Ebene, um die nächste Welle von KI-Innovationen anzuschieben. Laut Zeki bedeute dieser „Kampf um die KI-Talente“ eine signifikante Bedrohung für Gesundheitsorganisationen, da ihnen die Talente und Technologien für medizinische Durchbrüche in der Zukunft fehlen könnten. Die nächste Generation der Hirnforschung werde vermehrt in KI-Laboren stattfinden und deutlich weniger als bisher im „klassischen medizinischen Setting“.

Big Pharma setzt auf Outsourcing

Einen Wandel in der Einstellungspolitik von KI-Experten sieht Zeki auch bei Big Pharma. Während Unternehmen wie GSK oder Novartis in der Vergangenheit vor allem eigene KI-Einheiten aufgebaut haben, würden sie nun dazu übergehen, gerade in puncto Deep Learning eher mit Big Tech zu kooperieren oder vielleicht auch in eine Übernahme zu investieren, anstatt die Ressourcen in-house zu haben. Risiko und Aufwand seien mittlerweile zu hoch. Diese Strategie sei aber auch deshalb klug, weil man bei den Talenten dann nicht  mit Big Tech konkurriere. Wo die großen Pharmaunternehmen allerdings weiter fleißig rekrutieren, seien Talente mit Expertise in Methoden zur Drug Discovery.

Anders die Strategie im Biotech-Sektor: Hier würden die personellen Ressourcen in puncto Deep Learning deutlich ausgebaut, weshalb der Sektor schon wesentlich stärker mit Big Tech in Konkurrenz stehe.

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