KI-Plattform gegen Krebs

by | Apr 19, 2024

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In Florida setzen Forscher auf eine KI-unterstützte Plattform, um funktionelle Präzisionsmedizin bei Kindern mit rezidivierenden Krebsdiagnosen einzusetzen.

 

Kinder mit seltenen, rezidivierenden oder refraktären Krebsarten haben oft nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten. Zudem gibt es nur wenige prädiktive Biomarker, die personalisierte Behandlungsempfehlungen ermöglichen. Entsprechend klein ist auch die Zahl der Studienteilnehmer einer gerade im Magazin Nature Medicine veröffentlichten Studie. Dennoch wollten die Forscher der Florida International University und des Präzisionsmedizin-Anbieters First Ascent Biomedical zeigen, dass KI bei der Behandlung dieser Patienten unterstützen kann.

An der Studie nahmen zunächst 25 Patienten mit rezidivierenden soliden oder blutbasierten Krebserkrankungen teil. Jeder Patient wurde einem Medikamentenempfindlichkeitstest und einer genomischen Profilerstellung unterzogen. 19 Patienten, bei denen die Tests abgeschlossen werden konnten, erhielten anschließend eine Behandlungsempfehlungen. 14 davon wurden im Rahmen der Studie behandelt und in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei sechs Patienten eine durch künstliche Intelligenz unterstützte funktionelle Präzisionsmedizin (FPM) erhielten und acht Patienten eine Behandlung nach Wahl des Arztes.

Die Autoren fanden heraus, dass von den sechs Patienten, die eine FPM-gesteuerte Behandlung erhielten, fünf Patienten (83 Prozent) ein mehr als 1,3-fach verbessertes progressionsfreies Überleben im Vergleich zu ihrer vorherigen Therapie hatten. Die Patienten hätten zudem eine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens und der objektiven Ansprechrate im Vergleich zu Patienten ohne FPM-Behandlung gezeigt, schreiben die Autoren.

KI hilft bei Medikamentenauswahl

Für die FPM-Behandlung wurden Tumor- oder Blutproben entnommen und im Labor gezüchtet, um die Umgebung im Körper zu imitieren. Diese Proben wurden dann mit mehr als 120 von der amerikanischen Arzneimittelaufsicht FDA zugelassenen Medikamenten einzeln und in Kombination behandelt. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der FPM hat dabei „das Rätselraten“ überflüssig gemacht und eine Liste der wirksamsten Medikamente erstellt, mit denen die Onkologie arbeiten kann, zeigt die Studie.

Innerhalb von etwa einer Woche haben die Forscher verwertbare Ergebnisse erhalten und mit der Behandlung beginnen können. „Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, schnell Daten zu liefern, und dass diese Daten die Ergebnisse bei Patienten mit geführten Behandlungen verbessern. Ebenso sehen wir bei einem FPM-Ansatz das Potenzial, Toxizität und Kosten zu reduzieren”, erklärte Diana Azzam, PhD, Florida International University, Mitautorin der Studie und Mitbegründerin von First Ascent Biomedical.

Ein Patient, dessen Krebs 14 Monate nach der Erstbehandlung wieder auftrat, war einer der sechs Patienten, die eine FPM-gesteuerte Behandlung erhielten. Nach 33 Behandlungstagen erreichte er eine Remission, während es bei der vorherigen Behandlung 150 Tage dauerte, bis die Ergebnisse vorlagen. Nach der FPM-gesteuerten Behandlung befindet er sich seit mehr als zwei Jahren in Remission. „Ich glaube, dass die künstliche Intelligenz eine entscheidende Komponente für die Zukunft der FPM ist und zu besseren Ergebnissen für Krebspatienten führt”, sagte Azzam.

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