KI im Gesundheitswesen zieht Investorengelder an

by | Jun 12, 2024

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Jeder vierte Investitionsdollar im Gesundheitswesen fließt mittlerweile in Unternehmen, die KI nutzen, zeigen aktuelle Zahlen der Silicon Valley Bank.

 

Zahlen der Silicon Valley Bank (SVB) belegen nun, was sich gefühlt schon lange herauskristallisiert: Investoren mögen vor allem KI-gestützte Gesundheitsanwendungen. Jeder vierte Investitionsdollar im Gesundheitswesen fließt in Unternehmen, die KI nutzen. Insgesamt seien Venture-Capital-Transaktionen im Bereich der künstlichen Intelligenz für das Gesundheitswesen in den vergangenen fünf Jahren sprunghaft gestiegen und doppelt so schnell gewachsen wie die Technologiebranche insgesamt. Die Auswertung basiert auf SVB-eigenen Daten, die im Bericht „AI-Powered Healthcare-Experience“ veröffentlicht wurden.

„Die aktuellen und zukünftigen Auswirkungen von KI auf die Patientenversorgung könnten nicht nur zu niedrigeren Kosten, sondern auch zu besseren Ergebnissen für die Patienten führen“, betont Raysa Bousleiman, Mitautorin des Berichts und Vice President, Life Science & Healthcare Venture Capital Relationships bei SVB. „Auch wenn die Unternehmen bei der Anpassung an die KI-gestützte Zukunft vor Herausforderungen stehen, sind wir optimistisch, was die Innovationen am Horizont und die wachsenden Investitionen in diese Unternehmen angeht.“

KI trennt Spreu vom Weizen

Insgesamt würden gerade VC das Potenzial, das die KI im Gesundheitswesen bietet, aber bereits für sich nutzen. Seit 2022 haben die Bewertungen KI-gestützter Gesundheitsunternehmen sowohl in der Startphase als auch in der Serie-A-Bewertung die jener Unternehmen ohne KI deutlich übertroffen. Dem Bericht zufolge wurden 2024 bereits 2,8 Milliarden US-Dollar in KI-Gesundheitsunternehmen investiert. Und SVB geht davon aus, dass im gesamten Jahr 2024 11,1 Milliarden US-Dollar an Venture Capital in diesen Sektor fließen werden – so viel wie seit 2021 nicht mehr. Die Analysten schätzt zwar, dass weniger Fonds mit Schwerpunkt Gesundheitswesen und KI geschlossen werden als in den Vorjahren (66 im Jahr 2024, gegenüber 101 im Jahr 2022), gehtenaber auch davon aus, dass die im Jahr 2024 aufgebrachten Mittel insgesamt höher sein werden als im Jahr 2023 (16,9 Milliarden US-Dollar gegenüber 9,7 Milliarden US-Dollar).

Diese Schlüsselthemen stehen im Fokus

Insgesamt haben die SVB-Experten verschiedene Schlüsselthemen identifiziert, die aus Investorensicht besonders interessant sind. Als „low hanging fruit“ bezeichnen sie KI in der Verwaltung. Denn aktuell fließt der Großteil (60 Prozent) der KI-Investitionen im Gesundheitswesen in administrative und klinische Anwendungen. Hier seien es vor allem die niedrigen regulatorischen Hürden und die hohe Akzeptanz der Nutzer, die diese Art von Investments attraktiv machten.

Ein zweiter wichtiger Aspekt für Venture Capital Unternehmen sei die Interoperabilität. Unternehmen, die auf bestehende Infrastruktur aufsetzen oder zumindest mit ihr kompatibel sind, werden bevorzugt. Als Beispiel bring die SVB EPIC an, deren Systeme von 70 Prozent der amerikanischen Anbieter für die elektronische Gesundheitsakte (EHR) genutzt würden. KI-Unternehmen mit Fokus auf EHR hätten also einen klaren Vorteil, wenn sie mit den EPIC-Systemen interoperable seien.

Patientendiagnostik muss noch reifen

Gleichzeitig zeige sich eine gewisse Skepsis bei Startups, da Kunden beim Kauf von KI-Lösungen oft etablierte Anbieter bevorzugen würden. Deshalb müssen Startups ihre Flexibilität als Stärke ausspielen, glaubt man bei der SVB. Zum einen seien eine massive Akzeptanz und Gewinnspannen für Startups (noch) nicht so entscheidend wie für Big-Tech. Zum anderen eigne sich gerade der Bottom-up-Charakter der Startups für eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten.

Auch für die KI-gestützte Patientendiagnostik sieht die SVB Chancen, weist aber gleichzeitig auf die Herausforderungen aufgrund des regulatorischen Umfelds, der hohen Kosten oder der Sicherung hochwertiger Daten hin. „Obwohl die KI-gestützte Patientendiagnostik 52 Prozent der gesamten KI-Investitionen in klinische Lösungen ausmacht, gibt es eine erhebliche Lücke beim Zugang zu hochwertigen Daten und bei der Rechenleistung, die erforderlich ist, um ein Modell so weit zu trainieren, dass es eine genaue Diagnose stellen kann“, heißt es im Report. Damit sich Investitionen mittelfristig rechnen, müssen die Unternehmen potenziellen Investoren den Wert ihrer Diagnostik nachweisen. Die diagnostische Bildgebung habe hier ein beeindruckendes Wachstum erlebt. Die Investitionen im Zwölfmonatsvergleich haben sich seit dem ersten Quartal 2021 verdoppelt. Bemerkenswert sei zudem, dass die Hälfte dieses jüngsten Investitionsanstiegs auf Lösungen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen entfiel, attestieren die SVB-Experten.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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