KI erkennt Geschlechtsunterschiede im Gehirn

by | Feb 23, 2024

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Und es gibt sie offensichtlich doch, Unterschiede zwischen dem männlichen und dem weiblichen Gehirn, die eine in den USA entwickelte KI zuverlässig erkennen kann. 

 

Welche rasanten Fortschritte die KI in der Medizin macht, zeigt nun eine Studie aus Stanford. Dort haben Forscher ein KI-Modell vorgestellt, das in der Lage ist, zu bestimmen, ob Gehirnscans einer Frau oder einem Mann zuzuordnen sind – und zwar mit einer Trefferquote von 90 Prozent. Veröffentlicht wurde die Studie nun in den Proceedings of the National Academy of Science.

Die Studie sei vor allem ein Durchbruch, weil das Geschlecht eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des menschlichen Gehirns, für den Alterungsprozess aber auch die Manifestation von psychiatrischen und neurologischen Störungen spielt, erklärt der Direktor des Stanford Cognitive and Systems Neuroscience Labarotory Vinod Menon: „Die Identifizierung konsistenter und replizierbarer Geschlechtsunterschiede im gesunden erwachsenen Gehirn ist ein kritischer Schritt auf dem Weg zu einem tieferen Verständnis geschlechtsspezifischer Anfälligkeiten bei psychiatrischen und neurologischen Störungen.“

Das KI-Modell wurde nicht nur mit umfangreichen Datensätzen – aus den USA und aus Europa – trainiert, es wurden neuronale Netze entwickelt, die gelernt haben, Bilder von Gehirnen zu klassifizieren. Der Studienerfolg weist darauf hin, dass es tatsächliche geschlechterspezifische Unterschiede gibt, die bisher nicht zuverlässig und produzierbar identifiziert werden konnten. Das Modell soll auch deshalb öffentlich zugänglich gemacht werden, damit es Forscher weltweit nutzen können. Man erhofft sich hier weitere, vielleicht ähnlich bahnbrechende Erkenntnisse.

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