KI-basierte Arztbriefe am UKE

von | Aug. 20, 2024

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Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf soll ab sofort das KI-Sprachmodell ARGO die Ärzteschaft bei der Erstellung von Arztbriefen unterstützen.

Innovative Digitale Medizin, kurz IDM gGmbH, heißt die neu gegründete Tochter des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), die eigenständig und patientenzentriert KI-Anwendungen für den klinischen Alltag entwickeln soll. Und das hat nun auch geklappt. Am UKE wird nun ARGO ausgerollt, ein KI-Sprachmodell, dass die Ärzteschaft ab sofort bei der Erstellung von Arztbriefen unterstützen soll. Ziel ist es, die Patientenversorgung zu verbessern und dabei die Belegschaft zu entlasten. Die Grundlage für ARGO ist die 2009 eingeführte digitale Patientenakte des UKE, die mit sieben Millionen Fällen eine der größten deutschsprachigen multidimensionalen Sammlungen medizinischer Datensätze bereithält.

„Künstliche Intelligenz birgt viele Chancen und Lösungspotenziale für die Herausforderungen unserer Zeit. KI kann die medizinische Versorgung durch Ärztinnen, Ärzte und Pflegende keineswegs ersetzen, aber bestmöglich ergänzen“, sagt Katharina Fegebank, Hamburger Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke. Der Start des neuen KI-Sprachmodells am UKE unterstreiche deshalb auf eindrucksvolle Weise das große innovative Potential digital unterstützter Medizin, die eine langfristige Unterstützung für Patienten und medizinisches Personal mit sich bringen kann. „Das UKE leistet hiermit einen wichtigen Beitrag zum Ausbau einer modernen medizinischen Infrastruktur, von der langfristig auch andere Einrichtungen weit über den Hamburger Standort hinaus profitieren werden.“

Und auch Prof. Dr. Christian Gerloff, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE, findet, dass die Entwicklung des KI-Sprachmodells zur Erstellung von Arztbriefen ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie digitale Anwendungen die medizinische Versorgung nachhaltig weiterentwickeln und verbessern können – „ein wunderbares Beispiel für den Facettenreichtum von Universitätsmedizin“, findet er.

Unterstützung bei Epikrise

Im Fokus des neu entwickelten Large Language Modells (LLM) steht die KI-generierte Unterstützung bei der Erstellung der sogenannten Epikrise in Arztbriefen am Ende eines stationären Aufenthalts, in der neben dem Aufnahmegrund auch Behandlungsverlauf und -entscheidungen erläutert werden. Auf Basis der gebündelten Informationen, die ARGO gelernt hat und aus dem aktuellen Patientenfall erhält, kann das Modell den Entwurf der Epikrise erstellen, der dann vom behandelnden Mediziner weiter angepasst werden und den vorgeschriebenen stationären Freigabeprozess durchlaufen kann.

ARGO ist nach einer Testphase nun im Live-Betrieb und wird sukzessive den Kliniken im UKE zur Verfügung gestellt. „Da das Sprachmodell an Fällen aus dem UKE trainiert wird und die Entwicklung an hohe qualitätssichernde Standards gekoppelt ist, ist ARGO sehr exakt und stellt dadurch einen wichtigen Mehrwert in der Erstellung von Arztbriefen dar“, betont Dr. Nils Schweingruber, Geschäftsführer der IDM gGmbH.

Vielfältig einsetzbar

Der jeweilige Krankheitsverlauf der Patienten wird umfassend und gleichzeitig individualisiert abgebildet und mit erlerntem klinischem Wissen verbunden. Spannend an ARGO sei zudem die zugrundliegende Technologie, führt Dr. Schweingruber weiter aus: „Unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zeigen, dass ARGO Behandlungsverläufe von Patienten verstehen und im Modell repräsentieren kann.“ Dadurch könne die KI nicht nur Entlassbriefe schreiben, sondern lässt die Option offen, in verschiedene Aufgaben eingebunden zu werden. Vor allem die Arbeit mit den Daten aus dem UKE sei wertvoll, betont Dr. Julius Obergassel, ebenfalls Geschäftsführer der IDM gGmbH: „Die Patientendaten aus dem UKE werden unter Wahrung sämtlicher datenschutzrechtlicher Vorgaben und unter höchsten Sicherheitsstandards in Form KI-basierter Anwendungen nutzbar gemacht – eine Win-Win-Situation.“

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