Johnson & Johnson kauft zu

von | Jan. 14, 2025

Anhoren

Teilen

 

14,6 Milliarden US-Dollar ist dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson die Übernahme von Intra-Cellular Therapies wert.

 

Die Gerüchteküche brodelte seit ein paar Tagen, nun ist es offiziell: US-Pharmakonzern Johnson & Johnson kauft für rund 14,6 Milliarden US-Dollar Intra-Cellular Therapies Inc. Umgerechnet sind das 132 US-Dollar pro Aktie des auf Erkrankungen des zentralen Nervensystems spezialisierten Biopharma-Unternehmens.

Für Chairman und CEO Joaquin Duato ist der Zukauf eine „einzigartige Gelegenheit“: „Diese Akquisition differenziert unser Portfolio weiter, dient als strategischer kurz- und langfristiger Wachstumskatalysator für Johnson & Johnson und bietet Patienten, Gesundheitssystemen und Aktionären einen überzeugenden Mehrwert.“

Davon, dass der Mehrwert wirklich überzeugend ist, müssen die Aktionäre wohl noch überzeugt werden, denn an der Aktie von Johnson & Johnson ging die Bekanntgabe bisher fast spurlos vorbei. Ein zaghafter Anstieg von nicht einmal einem Prozent war zu verzeichnen. Anders der Verlauf bei Intra-Cellular: Seit Beginn der ersten Meldungen einer potenziellen Übernahme legte die Aktie um über 50 Prozent zu und dotierte zwischenzeitlich bei 126 US-Dollar.

Schizophrenie-Medikament im Visier

Was Johnson & Johnson vor allem an Intra-Cellular interessiert ist Caplyta, ein einmal täglich einzunehmendes Mittel zur Behandlung von Erwachsenen mit Schizophrenie sowie von depressiven Episoden im Zusammenhang mit bipolarer Störung. Und Intra-Cellular hat mit ITI-1284 einen vielversprechenden Kandidaten zur Behandlung von generalisierten Angststörungen in der Phase-2. Auch Psychosen und Unruhe in Zusammenhang mit Alzheimer könnten damit potenziell behandelt werden.

Genau diese Erfolge betont auch Dr. Sharon Mates, Vorsitzende und CEO von Intra-Cellular Therapies. Sie ist überzeugt: „Johnson & Johnson engagiert sich seit langem für die Neurowissenschaften, und wir glauben, dass wir gemeinsam noch mehr Patienten auf der ganzen Welt erreichen können.“

Dass es alleine in den USA einen großen Markt für derartige Therapien gibt, belegen die Zahlen: Etwa 2,4 Millionen Erwachsen leben mit Schizophrenie, 6,1 Millionen leiden an einer bipolaren Störung. Bei den generalisierten Angststörungen sind es etwa 6,8 Millionen.

Der Abschluss der Transaktion wird im Laufe dieses Jahres erwartet, vorbehaltlich der Genehmigung der zuständigen Behörden, der Zustimmung der Aktionäre von Intra-Cellular Therapies. Nach Abschluss der Transaktion werden die Stammaktien von Intra-Cellular Therapies nicht mehr an der Nasdaq Global Select Market gehandelt.

Das könnte Sie auch interessieren

PNOG: Kollaps vorerst abgewendet

  Nach tagelangem Koalitionsstreit konnte ein Kollaps der Pflegeversicherung vorerst abgewendet werden. Der Beschluss zum Pflegeneuordnungsgesetz zeigt aber auch: grundlegende Reformen werden es schwer haben. Es war das erste größere „Nachbeben“ nach den...

  Nach tagelangem Koalitionsstreit konnte ein Kollaps der Pflegeversicherung vorerst abgewendet werden. Der Beschluss zum Pflegeneuordnungsgesetz zeigt aber auch: grundlegende Reformen werden es schwer haben. Es war das erste größere „Nachbeben“ nach den...