J&J und Sanofi stoppen E.-coli-Impfstoffstudie wegen mangelnder Wirksamkeit

von | Feb. 13, 2025

Anhoren

Teilen

Ein Hoffnungsträger gegen schwere Infektionen durch E.-coli-Bakterien enttäuscht: Johnson & Johnson und Sanofi beenden eine klinische Studie in der letzten Phase. Sicherheitsprobleme gab es nicht – doch die Wirksamkeit reichte nicht aus.

Die Pharmakonzerne Johnson & Johnson und Sanofi ziehen die Notbremse: Eine groß angelegte Studie zur Erprobung eines Impfstoffs gegen schwere E.-coli-Infektionen wird gestoppt. Grund ist die unzureichende Schutzwirkung des experimentellen Präparats ExPEC9V, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

Studie mit 60-Jährigen und Älteren eingestellt

Die Phase-III-Studie lief seit Juni 2021 und umfasste über 250 Standorte auf fünf Kontinenten. Teilgenommen hatten Erwachsene ab 60 Jahren mit einem erhöhten Risiko für schwere Harnwegsinfektionen, die durch E.-coli-Bakterien verursacht werden können. Ziel des Impfstoffs war es, Blutvergiftungen und Sepsis durch diese Erreger zu verhindern.

Während Sicherheitsbedenken laut Johnson & Johnson nicht aufgetreten sind, blieb die erhoffte Wirksamkeit aus. Sanofi hat bereits eine Belastung von 250 Millionen US-Dollar für das eingestellte Projekt in seinen Quartalszahlen verbucht.

Ursachenanalyse läuft

Jean-François Toussaint, Leiter der Impfstoffforschung bei Sanofi, kündigte an, dass die Unternehmen die Ursachen für das Scheitern der Studie genauer untersuchen und die Ergebnisse später veröffentlichen werden.

Hintergrund: Gefährliche E.-coli-Stämme

Die meisten E.-coli-Bakterien sind harmlos, doch einige Stämme können schwere Erkrankungen verursachen – von Lebensmittelvergiftungen bis hin zu lebensbedrohlichen Blutinfektionen. 2024 führte ein Ausbruch des gefährlichen Stamms O157:H7 zu 104 Krankheitsfällen und 34 Krankenhausaufenthalten in den USA, ausgelöst durch kontaminierte McDonald’s-Hamburger.

Das Scheitern des ExPEC9V-Impfstoffs bedeutet einen Rückschlag für die Bekämpfung schwerer bakterieller Infektionen. Dennoch bleibt die Forschung an besseren Schutzmöglichkeiten gegen resistente Erreger dringend erforderlich.

Das könnte Sie auch interessieren