VERA heißt der Versorgungsradar, den die Krankenkasse mkk mit dem IT-Dienstleister ITSC entwickelt hat. Das Ziel: Jene Versicherte zu identifizieren, die eine hohe Pflegewahrscheinlichkeit haben.
Initiative ergreifen, bevor ein Pflegefall eintritt – das ist die Idee hintern dem Versorgungsradar VERA, den die mkk – meine Krankenkasse und der IT-Dienstleister ITSC gemeinsam entwickelt haben. Anhand vorliegender Daten kann VERA die Versicherten identifizieren, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie sich mit dem Thema Pflege auseinandersetzen müssen.
Und das kommt öfter vor, als man meint, zeigen die Zahlen: Allein die Fälle, in denen Menschen als Pflegefall aus dem Krankenhaus entlassen werden, nehmen zu. Doch häufig kümmert sich niemand darum, dass sie auch einen Pflegeantrag stellen. 58 Prozent der Versicherten, die als Pflegefall aus dem Krankenhaus kommen, stellen von sich aus keinen entsprechenden Antrag. „Sie brauchen Hilfe im Alltag und finden sie nicht”, sagt Martina Zimmermann, Leiterin des Bereiches Versorgung bei der mkk.
Krankenkasse will unterstützen
Erkennt VERA Versicherte, die pflegebedürftig werden könnten, ergreift die Krankenkasse die Initiative und kontaktiert sie. „Oftmals stellen unsere Kunden und Kundinnen die Pflegeanträge dann schon am Telefon”, berichtet Zimmermann.
Die Vorteile dieses vorausschauenden Handelns sieht man bei der mkk auch sehr deutlich. Insbesondere würden sich Folgekosten minimieren, die aus einer unzureichenden Versorgung resultieren. Und auch der Arbeitsaufwand würde sich durch die fachlich korrekte Beratung reduzieren.
Datenbasis auch nutzen
Den Versorgungsradar zu entwickeln, wird vom § 25b des 2024 in Kraft getretenen Gesundheitsdatennutzungsgesetzes gestützt. Das Gesetz gibt den Krankenkassen explizit die Möglichkeit, vorliegende Daten unter anderem dazu zu nutzen, eine noch nicht festgestellte Pflegebedürftigkeit zu erkennen.
Für Dr. Nina Müller, Service Owner Data Driven Services beim ITSC, zeigt der Versorgungsradar eindrucksvoll, wie die in der gesetzlichen Krankenversicherung vorhandenen Daten gezielt und sinnvoll genutzt werden können. „Ich bin überzeugt, dass in den Daten der GKV ein riesiges Potenzial steckt, um einerseits Verbesserungen im Sinne der Versicherten herbeizuführen und andererseits wirtschaftliche Vorteile für die Krankenkassen zu erzielen.”
Die mkk nutzt als erste Krankenkasse das Versorgungsradar VERA im Bereich Pflege. Nach längerer Testphase wird das Modell am 1. Februar regulär in Betrieb genommen


